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Eaten Alive, 1976 – ★★★★

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

BLUTRAUSCH
(EATEN ALIVE, USA, 1976, Regie: Tobe Hooper)

Irgendwo tief im Süden der USA betreibt der geisteskranke Judd ein Hotel, das abgelegen in einer sumpfigen Gegend steht. Genau dorthin flüchtet die Prostituierte Clara nach einem Streit mit ihrer Zuhälterin. Ein fataler Fehler, denn Judd hat nicht nur einen Dachschaden, sondern tötet auch gerne Frauen, deren Leichen er schließlich an sein Krokodil verfüttert. 

Mit TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974) hat Tobe Hooper die Messlatte im Bereich des Backwood-Horrorfilm sehr hochgelegt, ihn maßgeblich geprägt und einen Klassiker des Genres geschaffen. Auch mit seinem Folgefilm, BLUTRAUSCH, bleibt er dem Terror treu, aber verändert das Setting. Statt staubiger Hitze und echten Außenaufnahmen bewegt sich Hoopers Inszenierung diesmal komplett im Studio, was BLUTRAUSCH wie einen unwirklichen, comicartigen Fiebertraum aussehen lässt.

Ein heruntergekommenes Hotel im Sumpf steht dabei im Zentrum des Geschehens. Auch hier beweist Hooper erneut sein Gespür für Atmosphäre, die er durch die schmierige und heruntergekommene Ausstattung des Hotels heraufbeschwört. In jeder Ecke und jeder Ritze scheint der Schimmel sein zu Hause gefunden zu haben. Neville Brand ist als Judd hervorragend besetzt und steht den Familienmitgliedern aus TEXAS CHAINSAW MASSACRE in nichts nach. Statt eine Kettensäge bevorzugt Judd allerdings eine Sense oder eine Sichel, die zu ein paar Gore-Szenen führen, die es in sich haben. Die grobe Art, mit der Hooper hier noch vorgegangen ist, hat mich teilweise an das Kino von H.G. Lewis erinnert. Neben Brand ist auch Mel Ferrer dabei, und ein noch junger Robert Englund darf als Buck seine hässliche Seite zeigen, die sich in erster Linie gegen Frauen richtet. Apropos Frauen, Marilyn Burns, das Finalgirl aus TEXAS CHAINSAW MASSACRE, ist hier ebenfalls zugegen. 

Inhaltlich ist bei BLUTRAUSCH nicht viel zu finden, außer einer Handvoll durchgedrehter Figuren. Der Film lebt mehr von seiner bedrohlichen Atmosphäre. Obwohl man die Künstlichkeit der Kulissen deutlich erkennt, entwickelt gerade die ihren Reiz. Rotes Licht, Nebel, Froschquaken, und dazu kommt ein dissonanter Score, der einen zusätzlich verstört. 

Wenn in BLUTRAUSCH etwas gar nicht funktioniert, dann ist es Judds Krokodil. Das Kroko-Modell weiß leider überhaupt nicht zu überzeugen, obwohl die Idee löblich ist. Doch unter dem Strich hat das wenig Einfluss auf die Gesamtbewertung von BLUTRAUSCH, der sich durch seinen großen Bruder, TEXAS CHAINSAW MASSACRE, leider immer etwas unter dem Radar befindet. 

(Bjoern Candidus)

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