DIE RACHE DER 1000 KATZEN
(LA NOCHE DE LOS MIL GATOS, Mexiko, 1972, Regie: René Cardona Jr.)
René Cardona Jr. (SOS-SOS-SOS… BERMUDA-DREIECK, 1978) hat hier einen Horrorfilm aufgetischt, der im Grunde nur nummernrevueartig die Tötungen von Frauen präsentiert. Dabei nimmt sich Cardona eines sonderbaren Stils an, der mich ein wenig an Jess Franco erinnert hat, was nicht negativ gemeint ist. Zooms, alptraumartige Momente in Zeitlupe, irrsinnige und schmierige Figuren, altes Gemäuer und ein paar erotische Einlagen bringen zumindest ein bisschen Leben in den handlungsarmen Film. Dass das alles wenig qualitativ ist, hat mich kaum gestört. Der Ranz, der über den Bildern liegt, hat mich auch die Horrorfilme von Andrea Bianchi und Mario Landi erinnert, während das Dschungel-Setting, was nur kurz zu sehen ist, Erinnerungen an das italienische Kannibalen-Kino weckte, was im gleichen Jahr durch Umberto Lenzis MONDO CANNIBALE geboren wurde. Doch Kannibalen sind hier nicht am Start, dafür ein reichlich sonderbarer Hugo Stiglitz (GROSSANGRIFF DER ZOMBIES, 1980) als Hugo, ein widerlicher Playboy, der Frauen auf seinem Schloss auf einer Insel abmurkst, um sie an seine „tausend“ Katzen zu verfüttern. Quasi eine Art Graf Zaroff, denn auch Hugo sammelt Trophäen. Seine Jagd besteht aber erst mal daraus, in den urbanen Gegenden jenseits der Insel schöne Frauen zu verführen, um sie auf sein Schloss zu locken, natürlich mittels schlosseigenem Hubschrauber. Mehr passiert hier auch eigentlich nicht.
DIE RACHE DER 1000 KATZEN ist spannungsarm, hat keine nennenswerten Schauwerte, stattdessen langweile Füllszenen und hält sich mit expliziten Darstellung zurück. Dennoch kann sich die mexikanische Produktion mit ihrer morbiden Atmosphäre und Hugo Stiglitz, der etwas zugedröhnt erscheint, gerade eben über Wasser halten.
(Bjoern Candidus)
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