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Halloween Ends, 2022 – ★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

HALLOWEEN ENDS
(USA, 2022, Regie: David Gordon Green)

Ich bin der Letzte, der Veränderungen, Experimente, neue Wege innerhalb eines Franchise grundsätzlich ablehnen würde. Ich liebe HALLOWEEN 3 (1982) und HALLOWEEN 2 (2009) von Rob Zombie, habe kein Problem mit JASON GOES TO HELL (1993), nicht mal mit FREITAG DER 13. – EIN NEUER ANFANG (1985) und finde, NIGHTMARE ON ELM STREET 2 (1985) den besten Teil nach Wes Cravens Erstling. All diese Filme hatten Liebe, Charme und ein gewisses Durchsetzungsvermögen, den Irrsinn stringent durchzuziehen. All das fehlt David Gordon Green von Film zu Film mehr. Zu HALLOWEEN (2018) und HALLOWEEN KILLS(2021) möchte ich mich hier nicht mehr groß äußern; genug der Wiederholung. Genug der Wiederholung passt auch gut zur Reihe, zumindest zu der David Gordon Green – Reihe, ähm, Trilogie. Trilogie klingt ja wertiger.

Dachte ich in den ersten 10 Minuten noch, dass sich der Film auf positive Weise von den beiden Vorgängern unterscheidet, kehrte sich das Empfinden schnell in ein negatives um. Zum einen liegt das daran, dass ich den miesen Twist, den der Film relativ am Anfang aufbaut, schon schnell erahnte, zum anderen ist die Art und Weise, wie der Weg dorthin geführt wird, uninspiriert, frei von Spannung und Talent, einen mitzureißen. Bei einem jungen Publikum mag das vielleicht noch funktionieren.

Hat man  Ansätze, werden die im nächsten Moment wieder fallen gelassen  oder auf armselige Art und Weise versucht auszubauen. Die Figurenzeichnungen funktionieren erneut nicht. Jamie Lee Curtis Rolle als Laurie Strode wird von Film zu Film zurecht gestrickt, wie man es gerade braucht. Der Verlust von ihrer Tochter Karen (Judy Greer) scheint, obwohl gerade mal 4 Jahre innerhalb der Story verstrichen sind, kaum interessant zu sein, auch wenn Halloween vor der Tür steht. Blass bleibt auch weiterhin Lauries Enkelin Allyson, die von Andi Matichak dargestellt wird. Aber was will man auch mit den beiden Figuren, die schon in HALLOWEEN KILLS zum Beiwerk verkommen sind, wenn man einen Rohan Campbell als Corey an Bord hat, der jetzt Schüler von Michael Myers wird?! Und ausgerechnet in ihn verliebt sich Allyson. Ja, was soll man dazu noch sagen? Immerhin nett, dass Michael Myers nach gefühlt 30 Minuten auch mal auftauchen darf. Und wo taucht er auf? Wo hat er sich 4 Jahre versteckt? In der Kanalisation unweit von dem öffentlichen Wohnzimmer eines Obdachlosen entfernt. Erinnerungen an HALLOWEEN 5 werden wach. Dort, in den nassen, finsteren Örtlichkeiten treffen sich jetzt Michael und Corey. Von Ballons fehlt immerhin jede Spur, und Sex haben sie glücklicherweise auch nicht, wobei das wirklich innovativ gewesen wäre. Auf absurde Weise wird der Film plötzlich zu einer Art Buddy-Movie. Dann wiederholt sich alles: Märchentanten-Gerede von Laurie, Konflikt zwischen Allyson und Corey, zwischen Corey und Laurie, die in seinen Augen schon das Böse gesehen hat usw. Und wer glaubt, Myers bekommt im Laufe des Films mehr Aufmerksamkeit, muss auch enttäuscht werden. Alles und jeder bekommt mehr Aufmerksamkeit als die Person, für die man in erster Linie ins Kino geht. Er bekommt seine Momente, aber die sind allesamt wenig bis überhaupt nicht wirksam oder irgendwie der Figur gerecht werdend, die hier endlich ein (vorläufiges) Ende finden soll. Dafür bekommt Laurie mehr Spielraum, was die Sache nicht besser macht.

Green gelingt auch nur ein Minimum an Halloween-Atmosphäre aufzubauen. Das liegt mitunter wohl auch daran, dass die erste Hälfte des Films Tage vor dem 31. Oktober spielen. Keine Mühe, keine Liebe. Ein monotoner, ausdrucksloser Film. Nicht mal der Score von John Carpenter und Co kann diesmal überzeugen, da er scheinbar nur aus lieblosen, leicht variierten Tracks aus den Vorgängern besteht und so überhaupt keine neuen Ansätze bietet. Konnte sich HALLOWEEN KILLS nicht in Sachen Gore zurückhalten, wird nicht mal in diesem Punkt geliefert. Langweilige Tötungen von langweiligen Figuren. Passt. Und hatte ich nach all dem noch einen Funken Hoffnung, es würde wenigstens noch ein großes Finale zwischen Laurie und Michael geben, wurde diese schnell im Keim erstickt. Ja, es gibt ein letztes Aufeinandertreffen, aber von Größe fehlt jede Spur. Aber seitdem die beiden keine Geschwister mehr sind, wurde sowieso jegliche Emotion zerstört. SPOILER!!! Und am Ende, kurz bevor Michael Myers zu Wurst verarbeitet wird, darf sogar der Mob von Haddonfield aufmarschieren, der einem diesmal wenigstens „Evil Dies Tonight!“ – Rufe erspart. SPOILER ENDE!!!

HALLOWEEN ENDS ist der hoffentlich letzte Beitrag im David Gordon Green – Universum. Möge ein Corey schnell vergessen werden, möge Jamie Lee Curtis lieber ein Auge auf andere Rollen werfen und möge ein David Gordon Green lernen, wie man spannende Geschichten erzählt und Figuren anlegt.

(Bjoern Candidus)

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