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Leprechaun, 1993 – ★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

LEPRECHAUN
(USA, 1993, Regie: Mark Jones)

Im Keller eines Hauses auf dem Land ist ein Leprechaun in einer Kiste eingesperrt, die mit einem vierblättrigen Kleeblatt versehen wurde, um den Kobold zu bannen, den einst ein Mann namens Daniel O’Grady in Irland gefangen hat, da dem Fänger dieser Kreatur ihr Gold zusteht. Gut zehn Jahre später bezieht J. D. Redding und seine Tochter Tory das Haus. Für die Renovierung bekommen sie tatkräftige Unterstützung von ein paar Idioten aus der Nachbarschaft, von denen einer den Leprechaun unwissentlich befreit, und der will jetzt sein Gold zurück, mit allen Mitteln.

Als den großen Horror-Slasher-Ikonen Freddy, Jason und Michael langsam der Saft ausging, mussten neue Figuren her, um das Genre aufzumischen. Mit LEPRECHAUN von Mark Jones ist das nicht wirklich geglückt, wobei es nicht an Fortsetzungen mangelt, die zumindest für eine gewisse Nachfrage sprechen.

Das ländliche Setting steht dem Film; kein Camp und keine schicke Vorstadtsiedlung ist in Sicht, nur ein kleines, nettes Holzhaus im Grünen. Was mich sehr schnell gestört hat sind die Charaktere, denn die sind alle dumm, nervig oder beides zusammen, und der Star des Films, Warwick Davis als Leprechaun, ist anfangs gewöhnungsbedürftig, was sich mit der Spielzeit und vor allem mit den Fortsetzungen legt. Das Make-up, bzw. das ganze Kostüm des goldgeilen irischen Kobolds ist auf jeden Fall gelungen. Bis zu LEPRECHAUN 4: IN SPACE (1997), den ich durchaus unterhaltsam in Erinnerung habe, werden die Teile besser, was eher selten der Fall ist. Keiner dieser Filme stellt ein Highlight im Horror-Genre dar, aber handwerklich ist man auf einem guten Niveau, und bei diesem Erstling bewegt sich das Budget im Rahmen von 900.000 Dollar, die ganz vernünftig eingesetzt wurden, zumindest in handwerklicher Hinsicht. Auch die überschaubaren Gore-Effekte sind solide umgesetzt, stellen aber wahrlich nichts besonderes dar.

Die Idee, eine irische Mythengestalt für das US-Horror-Kino zu aktivieren, ist gar keine schlechte, und sowohl Zwerge, Kobolde als auch Killerpuppen lagen im Trend der damaligen Horrorblase, wenn auch in erster Linie im Rahmen des DTV-Markts. Filme wie FUNNY MAN (1994), RUMPELSTILTSKIN (1995, ebenfalls von Mark Jones), PINOCCHIO – PUPPE DES TODES (1996) und weitere Teile der PUPPET MASTER – Reihe folgten.

Wortwitz, der selten zündet und dumme Figuren überschatten LEPRECHAUN, der gute Ansätze hat und zumindest rein visuell gar nicht schlecht aussieht.

(Bjoern Candidus)

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