DAS HAUS DER VERDAMMTEN
(THE HOUSE WHERE EVIL DWELLS, Japan, USA, 1982, Regie: Kevin Connor)
Wer hätte gedacht, dass ein nicht Japaner, einen so schönen, japanischen Geisterfilm drehen kann? Ich nicht, aber Kevin Connor (CAPRONA, 1974 / MOTEL HELL, 1980) hat das Gegenteil bewiesen.
Nach einer ziemlich stimmungsvollen, blutigen und für das weitere Geschehen wichtige Pre-Titel-Sequenz im Japan des 19. Jahrhunderts, wird die amerikanische Familie Fletcher eingeführt. Diese bezieht das schicke Haus, was man aus der Eröffnungs-Sequenz kennt. Ted, ein Schriftsteller, will hier seinen neuen Roman schreiben. Doch die Geister der Vergangenheit wohnen auch noch in diesem Haus und beginnen schnell zu wirken. Das neue Glück der Familie steht auf wackligen Füßen.
Weniger wacklig ist die Inszenierung. Unter dem Strich ist Kevin Connor ein weiterer unterhaltsamer Film gelungen. Die Inszenierung bietet schöne Naturkulissen, Gärten und präsentiert die japanische Kultur (Architektur, Ausstattung) sehr ansehnlich und respektvoll.
Dazu versteht es Conner eine zauberhafte, an die Hammer-Studios und Mario Bava erinnernde Atmosphäre durch geschickte Lichtsetzung und Farben zu erzeugen. Spannung und Schönheit gehen hier Hand in Hand. Conners geht mit Ruhe vor, lässt den Spuk sich langsam entwickeln bis es dann zu der ein oder anderen fast verstörenden Szene (alte Hexe, Krabbenangriff) kommt. Nicht verschweigen möchte ich, dass es auch manchmal zu unfreiwillig komischen Momenten kommt, und ich finde Edward Albert (PLANET DES SCHRECKENS, 1981) ist als Ted Fletcher nicht die beste Wahl, aber dafür ist ja Susan George (DIE FRATZE, 1971 / WER GEWALT SÄT, 1971) und Doug McClure (CAPRONA, 1974) an Bord. Abgerundet wird die Inszenierung von einem passenden Score von Ken Throne.
Auch wenn DAS HAUS DER VERDAMMTEN hin und wieder etwas krude wirkt, ist es ein von Anfang bis Ende konsequent inszenierten Geister-Horrorfilm, erzählt mit schönen Bildern.
(Bjoern Candidus)