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Dr. Orloff’s Monster, 1965 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

DIE LEBENDEN LEICHEN DES DR. JEKYLL
(EL SECRETO DEL DR. ORLOFF, Frankreich, Spanien, Österreich, 1965, Regie: Jess Franco) 

Nach DER SCHRECKLICHE DR. ORLOFF (GRITOS EN LA NOCHE, 1962) und LA MANO DE UN HOMBRE MUERTO (1962) ist DIE LEBENDEN LEICHEN DES DR. JEKYLL Jess Francos dritter Horrorfilm und eine mehr oder weniger Fortsetzung von
DER SCHRECKLICHE DR. ORLOFF. Einen Doktor Orloff gibt es hier zwar, aber der stirbt schon am Anfang, nachdem er einem gewissen Dr. Jekyll wissenschaftliche Unterlagen vererbt hat. Es geht um Ultraschallwellen-Experimente (siehe DAS LEICHENHAUS DER LEBENDEN TOTEN, 1974), die lebende oder tote Menschen animieren und unter Kontrolle bringen können, damit sie ausführen, was ihnen befohlen wird. Dr. Jekylls Versuchskaninchen ist Andros, sein Bruder, den er auf dem Gewissen hat. Dieser wird nun von Dr. Conrad Jekyll zu Morden an Prostituierten animiert. Kurz darauf trifft Nichte Melissa auf dem Schloss von ihrem Onkel Conrad und Tante Rosa ein, die bald mit dem toten und doch fidelen Körper ihres Vaters konfrontiert wird. 

Mal wieder sollen leblose Körper animiert und unter Kontrolle gebracht werden, damit sie ausführen, was ihnen befohlen wird. Das ist auch für 1963 alles andere als neu oder innovativ. Aber es sind die Variationen, die Nuancen und Handschriften der unterschiedlichen Inszenatoren, die es interessant machen. In düsteren Schwarzweißbildern und mit einem oft schwermütigen Score präsentiert sich dieser kleine Horror-Mad-Scientist-Film und lässt die Ästhetik späterer Franco-Produktionen fast vergessen. Fast, denn das ein oder andere Element ist dann doch schon vertraut, wie z.B. ein Nachtclub mit tanzenden Damen. Gar nicht schlecht ist auch das Handlungskonstrukt, was auch Zeit für ein eingeflochtenes Ehe-Drama einräumt, ohne dabei zäh zu werden. Mit Hugo Blanco, Marcelo Arriota-Jáuregui, Agnès Spaak und Magda Maldonado sind solide Darsteller an Bord. Dazu bekommt man immer wieder ein paar atmosphärische Naturkulissen oder gruselige Gemäuer präsentiert, die für den ein oder anderen Schauer sorgen; besonders der zombieartige Andro weiß zu gefallen. 

DIE LEBENDEN LEICHEN DES DR. JEKYLL ist ein kleiner, gut fotografierter Horrorfilm ohne große Überraschungen, der nicht nur Franco-Freunden schmecken dürfte. 

(Bjoern Candidus)

←Dead Mountaineer’s Hotel, 1979 – ★★★★½
Dial: Help, 1988 – ★★★→

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