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Dead Mountaineer’s Hotel, 1979 – ★★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

HOTEL „ZUM VERUNGLÜCKTEN ALPINISTEN“
(‚HUKKUNUD ALPINISTI‘ HOTELL, Sowjetunion, 1979, Regie: Grigori Kromanov)

Inspektor Glebski macht sich auf, um einem Notruf zu folgen, der ihn zum Hotel „Zum verunglückten Alpinisten“ führt. Als er in dem Berghotel ankommt, stellt sich im kein Notfall entgegen. Er beschließt die Nacht dort zu verbringen und am andere Morgen wieder abzureisen. Dann kommt es zu einem Mord, der Glebskis Berufung auf den Plan ruft. Er beginnt, die reichlich ominösen Gäste des Hotels zu verhören.

Regisseur Grigori Kromanov hat hier eine höchst ansehnliche Adaption von Arkadi & Boris Strugatzki Roman abgeliefert.
Die beiden Brüder haben das Drehbuch dazu selbst geliefert.
Auch wenn es kleine Veränderungen oder Reduzierungen gegenüber der Vorlage gibt, haben wir es mit einem sehr guten Beispiel einer Adaption zu tun. Der Roman hat mehr in die Tiefe, beleuchtet die Figuren ausführlicher, bietet mehr Humor und serviert auch die ein oder andere Gesellschaftskritik, aber im großen Ganzen ist alles vorhanden, was die Vorlage so besonders gemacht hat. Was ganz besonders gut funktioniert ist die beklemmende, fast schon horrorfilmartige Stimmung, die von der ersten Sekunde an durch das Berg-Schnee-Setting und durch den geisterhaften Score von Sven Grünberg erzeugt wird. Ein Hotel als wäre es am Ende der Welt, umrundet von einer menschenfeindlichen Umwelt. Sehr gut, und das ein Jahr vor Kubricks SHINING. Betritt man mit Inspektor Glebski das Hotel, wird man von einer zauberhaften 60er/70er-Ausstattung berauscht, die ich so nicht erwartet hätte. Der Kameramann Jüri Sillart hat jede Chance genutzt, den eigenen Charakter des Hotels in wunderschönen Bildern einzufangen. Oft ist er ganz dicht an den Gesichtern, was das Gefühl der Beklemmung erhöht. Auch die Ausleuchtung ist erwähnenswert. Viele düstere Bilder warten mit geschickten Lichtsetzungen auf.
Handwerklich ist alles auf sehr hohem Niveau, und das gilt auch für die charismatischen Darsteller. Viele skurrile oder mysteriöse Figuren mit markanten Gesichtern beherrschen das Geschehen. Besonders Uldis Pucitis macht viel Spaß in der Rolle des Inspektor Glebski.

HOTEL „ZUM VERUNGLÜCKTEN ALPINISTEN“ ist ein spannender, rätselhafter, höchst sonderbarer Hybrid aus Krimi- und Sciencefictionfilm, der eine starke Sogwirkung hat. Faszinierendes Kino aus der ehemaligen Sowjetunion.

(Bjoern Candidus)

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