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The Deadly Companions, 1961 – ★★★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

GEFÄHRTEN DES TODES
(THE DEADLY COMPANIONS, USA, 1961, Regie: Sam Peckinpah)

Mit THE DEADLY COMPANIONS hat Sam Peckinpah sein Spielfilm-Debüt hingelegt und ihn von seinen Arbeiten an US-Western-Serien ins Kino gebracht, wo dieser Mann auch hingehört. Wer hier edle Revolverhelden, die voller Stolz für die „weiße Herrenrasse“ und ihr Land kämpfen, erwartet, wird nicht fündig. Vorbei ist die Zeit (und das Interesse) für den US-Western. Es war Zeit für etwas Neues. Peckinpah entwickelte sein Können rasch weiter, und Sergio Leone erschuf quasi mit FÜR EINE HANDVOLL DOLLAR drei Jahre später den Italo-Western, der das Western-Thema in ganz neue Bereiche brachte, an denen sich dann wiederum die Amis orientierten. Eine gegenseitige Befruchtung vollzog sich. Und so zeigte sich THE DEADLY COMPANIONS wie eine Art Hybrid aus US-Western und Italo-Western, den es zu dieser Zeit in der Form noch nicht gab. Die Story, die auf einen Roman und Drehbuch von Albert Sidney Fleischman basiert, ist etwas halbgar, fast unlogisch und nicht das Aushängeschild.

Der Bürgerkriegsveteran Yellowleg sucht dem Mann, der ihn im Krieg skalpieren wollte, ein Südstaatensoldat namens Turk.
Seit dieser Zeit tarnt Yellowleg seine Narbe auf der Stirn unter seinem Cowboyhut, den er nie absetzt. Als er eines Tages auf Turk trifft, ist dieser bereits auf dem Weg, von jemand anderem getötet zu werden. Er hilft ihm, lernt seinen Kollegen Billy kennen und beschließt, mit ihnen zu ziehen. Da Turk nicht weiß, wer Yellowleg ist, kann er sich Zeit lassen. Sie planen eine Bank zu überfallen, wozu sie allerdings nicht kommen, da schon eine andere Bande den gleichen Plan ausführt. Dabei erschießt Yellowleg versehentlich das Kind von Kit, einer Dame, deren Mann getötet wurde und in der Stadt lediglich für Sex interessant ist. Da Kit ihren toten Sohn unbedingt in dem Grab ihres Mannes beerdigen will, muss sie sich in Indianer-Gebiet begeben. Keiner der Männer im Dorf hat den Mumm, sie zu begleiten. Doch dann bietet sich ausgerechnet Yellowleg an…

Hätten es hier inhaltlich nicht merkwürdige Entscheidungen zwischen den Figuren gegeben, hätte mich das Handlungskonstrukt gar nicht so verwundert. Geschenkt. Die Darsteller sind trotzdem überzeugend. Besetzt wurde mit der sehr schönen Maureen O‘Hara als Kit, Brian Keith als Yellowleg, der wohl nicht umsonst etwas wie John Wayne aussieht, Steve Cochran als Billy und Chill Wills als Turk, der toll zu Leone oder Corbucci gepasst hätte.

Zu loben sei hier vor allem die tolle Fotografie von William H. Clothier. Die felsige, karge Landschaft Arizonas wurde prächtig eingefangen. Felsmassive, Kakteen, Flüsse, skelettartige Bäume präsentieren sich vor einem faszinierenden Wolkenspiel. Auch das Dämmerlicht kommt toll zur Geltung, und in den besten Momenten meinte ich, in einem Endzeitfilm zu sein. Mal bedrückend, mal geisterhaft, mal typisch Western ist auch der Score von Marlin Skiles. Gitarren, Harmonika, Orgel… alles da, und doch klingt es ganz anders als später bei Morricone und Co.
Auch Action ist hier anzutreffen, wenn auch noch keine peckinpahische Zeitlupe. Aber in diesem Punkt ist der Film recht übersichtlich. Ein paar Schießereien, ein bisschen Indianer-Terror, aber das war es auch schon. Dafür fügt der Film kleine gesellschaftskritische Spitzen ein, die allerdings nicht groß bearbeitet werden.

GEFÄHRTEN DES TODES ist ein dialogreicher Rache-Western mit interessanten Figuren, einer tollen Fotografie, die pure Western-Romantik heraufbeschwört, die allerdings alles andere als Aussicht auf Hoffnung bringt, zumindest lange Zeit nicht. Für Peckinpah, der hier insgesamt leider nur sehr wenig Entscheidungen treffen durfte und mit dem Resultat wenig zufrieden war, war es der Schlüssel zum Erfolg.

(Bjoern Candidus)

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