DER HERRSCHER VON CORNWALL
(JACK THE GIGANT KILLER, USA, 1962, Regie: Nathan Juran)
Um die schöne Prinzessin Elaine aus den Händen des teuflischen Zauberers Pendragon zu befreien, begibt sich Jack und seine Gefährten auf eine gefährliche Reise. Sie müssen sich zahlreichen monströsen Gefahren stellen, um sich zur Insel von Pendragon durchzuschlagen.
Produziert wurde DER HERRSCHER VON CORNWALL von Edward Small und Robert E. Kent, die sich wenig später für die beiden Vincent Price – Horrorfilme DER MASSENMÖRDER VON LONDON (1962) und TAGEBUCH EINES MÖRDERS, (1963) verantwortlich zeigten. Regisseur Nathan Juran (DIE BESTIE AUS DEM WELTENRAUM, 1957) war eine gute Wahl von Edward Small, um von der Sindbad-Erfolgswelle zu profitieren. Juran zeigte sich für SINDBADS SIEBENTE REISE (1958) verantwortlich, ein Film, den Small einst ablehnte zu realisieren. Auch wenn die zugrundeliegende Figur Jack, der Riesentöter vom Seefahrer abweicht, ist die inhaltliche Nähe zu dem Sindbad-Film so groß, dass Columbia Pictures den Film erfolgreich aus dem Kinos heraus klagte. Ein Jahr später kam er dann als Musical-Version zurück, doch um die soll es nicht gehen.
Juran stößt einen von der ersten Minute an in eine Wunderwelt mit prächtigen Farben und hübschen, detailreichen Kulissen, die keine Langeweile aufkommen lassen. Die Ausstattung ist liebevoll, die zahlreichen Monster-Masken sind kreativ, und manche sehen richtig garstig aus. Hier hat man es wirklich mit fremdartigen Figuren zu tun, und Pendragons Schergen, die auf seinem Schloss wohnen, sind fast eine Art Vorschau auf Jabbas Gesellschaft in DIE RÜCKKEHR DER JEDI-RITTER (1983). Die Stop-Motion-Effekte stammen von Jim Denforth, der ganz offensichtlich durch Ray Harryhausen inspiriert wurde. Die Effekte sind dabei sehr ordentlich geworden. Dennoch hatte ein Harryhausen die Nase vorn. Aber Denforths Zeit sollte noch kommen. Wirft man ein Blick auf seine Vita, werden die Augen groß. Dass die eigentliche Handlung keine großen Überraschungen oder Innovationen bietet, wird jederzeit durch den Reigen phantasievoller Wesen ausgeglichen. Diese überstrahlen allerdings auch die Hauptfiguren, die hier am Werke sind. Kerwin Methews als Jack, Judi Meredith als Prinzessin und Torin Thatcher als Pentragon sorgen nicht dafür, dass sie einem groß in Erinnerung bleiben.
Helden, Abenteuer, Magie, Hexen, Dämonen, Riesen, Seeungeheuer, knallige Farben, Effekte und ganz viel Phantasie sind die Zutaten, die DER HERRSCHER VON CORNWALL zu einem wunderschönen Fantasyfilm machen, der sich für seinen mangelhaften Tiefgang und seiner flachen Story nicht schämen muss. Ein schöner Film.
(Bjoern Candidus)
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