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The Devil’s Plaything, 1973 – ★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

DER FLUCH DER SCHWARZEN SCHWESTERN
(Deutschland, Schweden, Schweiz, 1973, Regie: Joseph W. Sarno)

Eine Gruppe von Hexenweibern bereitet in einem Schloss die Wiedergeburt einer Baronesse vor, die eine Nachfahrin von Elizabeth Báthory war, die einst hinter den Mauern ihrer Begierde nach menschlichem Blut frönte. Das Schloss soll in die Hände der Nachfahrinnen, der beiden Schwestern Helga und Monika, überschrieben werden. Für Wanda, die Oberhexe, ist klar, dass eine der beiden Schönen als Wirtskörper der Baronesse dienen, während die andere geopfert werden muss. Und während das große Ritual vorbereitet wird, stoßen noch zwei weitere Personen hinzu: die Geschwister Peter und Julia Malenkow, die in der Nähe mit ihrem Auto liegengeblieben sind. Da kommt es gerade gelegen, dass sich Dr. Julia Malenkow bestens mit Aberglauben und Übersinnlichem auskennt.

Der Film startet mit der Außenansicht eines finsteren Schlosses, indem leicht bis gar nicht bekleidete Frauen ein okkultes Ritual abhalten. Dabei befummeln sich die Damen gegenseitig und stöhnen, als gäbe es keinen Morgen mehr. Namen wie Jean Rollin oder Jess Franco kamen mir in den Sinn. So sinnlich und betörend wie bei Rollin geht es hier zwar nicht zu, aber die Atmosphäre ist ganz brauchbar, und wenn der Film sonst nicht viel beherrscht, was man in einem Horrorfilm erwarten darf, hält er diese zumindest bis zum Ende aufrecht. Der Euro-Vibe jener Tage ist allgegenwärtig, und zwei Themen sind sehr beliebt: Okkultismus und Vampirismus kombiniert mit Sex und Erotik. Die Horrorfilme der 1970er-Jahre sind gespickt mit diesen Themen, und gerade Filme aus Frankreich, Italien oder Spanien zeichnen sich noch mal ganz besonders aus. Sie sind freizügiger, machen oft aus weniger mehr und lösen sich von Konventionen. Im Fall von DER FLUCH DER SCHWARZEN SCHWESTERN ist man in Deutschland, genauer im Berchtesgadener Land, doch der Regisseur ist mitnichten ein Deutscher. Der US-Amerikaner Joseph W. Sarno, ein Pionier des Sexploitation-Kinos der 60er-Jahre, siedelt seinen Horror-Sexfilm vor alpiner Kulisse an, die zwar nur kurz, aber immerhin zu sehen ist. Die meiste Zeit hält sich das Geschehen im Schloss auf, und nur selten ist man in der umliegenden Natur. Wenn man weiß, in welchen Gefilden Joseph W. Sarnos filmisches Zuhause steht, machen die ewig langen (Soft-) Sex-Fummel-Szenen natürlich Sinn. Der horroraffine Zuschauer wird hier allerdings nur minimal berücksichtigt. Die ewig langen Trommelklänge, die mich fast dazu bewegt haben, in Trance den Player auszuschalten und die reichlich sonderbar klingenden Sprechgesänge der finsteren Damen, waren für mich der Horror, den ich hier gefunden habe. Seitens der Besetzung sollte man nicht zu viel erwarten, dennoch sind die Darsteller annehmbar, besonders Nadia Henkowa (DER MANN MIT DEM GLASAUGE, 1969) als Wanda, die mich etwas an Franca Stoppi (SADO – STOSS DAS TOR ZUR HÖLLE AUF, 1979) erinnert hat.

DER FLUCH DER SCHWARZEN SCHWESTERN bietet wenig Horror, abgesehen von Fledermäusen, die einer Frau die Kleider vom Leibe reißen. Dafür erhält man ewig lange Zeremonien mit akustischen Vergewaltigungen, gleichgeschlechtlichem Sex unter Damen und inzestuöse Anwandlungen zwischen Bruder und Schwester. Wer die Kombination aus Gothic-Horror und Sex mag, kann hier durchaus einen Blick riskieren.

(Bjoern Candidus)

←Jack the Giant Killer, 1962 – ★★★½
The Vengeance of Dr. Mabuse, 1972 – ★★½→

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