THE LONG HAIR OF DEATH
(I LUNGHI CAPELLI DELLA MORTE, Italien, 1965, Regie: Antonio Margheriti)
Adele Karnstein wird zu Unrecht beschuldigt, Franz Humboldt getötet zu haben. Sein Bruder Kurt, der Baron Humboldt, setzt alles daran, dass Adele ihre Strafe erhält, und die besteht aus der Verbrennung auf dem Scheiterhaufen, die ihre Tochter Lisabeth mit ansehen muss. Bevor Adele von den Flammen verschlungen wird, stößt sie einen Fluch aus, der die Familie Humboldt und die Nachfahren treffen soll. Adele Kansteins ältere Tochter Helen, die von einem anderen Mann gezeugt wurde und seit ihrer Geburt versteckt in der Burg der Humboldts lebt, wird von dem alten Grafen Humboldt persönlich getötet. Jahre später zeigt Kurt Humboldt das Interesse an Lisabeth Karnstein, was allerdings nicht auf Gegenseitigkeit basiert. Doch die Hilfe lässt nicht lange auf sich warten, denn der Fluch, den die Humboldts treffen soll, steht bereits auf der Schwelle.
Antonio Margheriti legte hier nach DAS SCHLOSS DES GRAUENS (1963) und CASTLE OF BLOOD (1964) seinen dritten Gothic-Horrorfilm vor. In dichten Schwarzweißbildern geht es ins ausgehende 15. Jahrhundert. Das Burg-Setting (on Location, wie auch im Studio) ist ausgezeichnet, ebenso die Kostüme und der gesamte Rest, der einem hier begegnet. Die Pest, Scheiterhaufen, Kerker, Kerzenlicht, Blitz und Donner, Regen und Sturm sorgen für eine kontinuierliche Gruselatmosphäre im Rahmen einer Geschichte voller zweifelhafter Liebe, Verstrickungen, Intrigen, Lügen und Mord. Schön morbid ist ein Skelett, was zu atmen scheint und natürlich die Wiedergeburt von Barbara Steeles Figur. Mit Frau Steele ist man immer gut beraten, und seit Mario Bavas Gothic-Horror-Meisterstück DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT (1960) nicht mehr aus dem Genre wegzudenken. In weiteren Rollen sind George Ardisson (VAMPIRE GEGEN HERAKLES, 1961) als Baron Kurt, Halina Zalewska (EIN ENGEL FÜR DEN TEUFEL, 1966) als Lisabeth, Umberto Raho (DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN HANDSCHUHE, 1970) als Priester und Nello Pazzafini (DER GEHETZTE DER SIERRA MADRE, 1967) als Handlanger des Barons zu sehen. Abgerundet wird das düstere Geflecht mit einem Score von Carlo Rustichelli.
THE LONG HAIR OF DEATH ist ein spannender, stark inszenierter Gothic-Horrorfilm, der nie zäh oder langweilig ist.
(Bjoern Candidus)
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