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The Body Snatcher, 1945 – ★★★★

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

DER LEICHENDIEB
(THE BODYSNATCHER, USA, 1945, Regie: Robert Wise)

Dr. MacFarlane, stets getrieben seine medizinischen Forschungsgebiete zu erweitern, braucht Leichen zur Obduktion. Dafür nimmt er den Service von Kutscher John Gray gerne in Anspruch, da dieser Nachts Leichen vom Friedhof ausgräbt. Als MacFarlane die Operation eines kleinen Mädchens verweigern will, weil es ihm an Leichen fehlt, wird er von Gray erpresst, der schließlich Geld braucht. Schließlich tötet er eine blinde Straßensängerin und kutschiert die Leiche ins Haus von MacFarlane. Fettes, der angehende Arzt, sitzt derweil zwischen den Stühlen seiner Moral. Leid verursachen um anderes Leid zu verhindern?

Regisseur Robert Wise (DER TAG AN DEM DIE ERDE STILLSTAND, 1951) hat hier einen packenden, höchst stimmungsvollen Horrorfilm geschaffen. Gegenüber der Vorlage von Robert Louis Stevensons aus dem Jahre 1884 verändert Wise ein wenig die Gewichtung der Charaktere und ergänzt den ein oder anderen Handlungsstrang, was ihm sehr gelungen ist. Die Geschichte weiß zu überzeugen, auch wenn sie dem geschulten Auge natürlich nicht neu vorkommen mag; die zahlreichen Victor Frankensteine der Filmgeschichte sind oft auf gleichem Weg an medizinisches Kanonenfutter gekommen. Vor allem sind es die Charaktere, die hier überzeugen und sehr facettenreich sind. Neben Henry Daniell (DIE VIER SCHÄDEL DES JONATHAN DRAKE,1959) als Dr. MacFarlane, Russell Wade als angehender Arzt Fettes, Bela Lugosi als Faktotum im Haushalt des Doktors, ist es vor allem Boris Karloff als Leichendieb, der hier wieder richtig auffährt und zeigt, was er kann. Karloff und Lugosi begegnen sich hier ein letztes Mal im Rahmen eines Filmes.
Es werden Themen wie medizinischer Forschungswille, leben mit einer Behinderung, Habgier und Erpressung angegangen und sinnvoll eingeflochten. Dazu präsentiert der Kameramann Robert De Grasse gruselige, höchst wirkungsvoll ausgeleuchtete Schwarzweißbilder. Die morbide Szenerie ist rundum gelungen, und man hat selbst an den Regen aus der Vorlage gedacht.

DER LEICHENDIEB ist ein Paradebeispiel für einen Horrorfilm, der seine Geschichte, seine Figuren und sein Erscheinungsbild ernst nimmt. Meisterlich.

(Bjoern Candidus)

←Zoltan… Hound of Dracula, 1977 – ★★★
Daddy’s Deadly Darling, 1973 – ★★★½→

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