NAKED KILLER
(CHIK LOH GO YEUNG, Hongkong, 1992, Regie: Clarence Fok)
Kitty, eine aufstrebende Killerin, verliebt sich ausgerechnet in einen Cop namens Tinam. Der lesbischen Killerin Princess gefällt das gar nicht, hat sie doch selbst ein Auge auf Kitty geworfen. Und als wäre das nicht schon kompliziert genug, tritt auch noch Cindy auf den Plan, die einst Princess zum töten ausgebildet hat. Es kommt zu einem hasserfüllten Konflikt zwischen drei begabten Killerinnen.
In sehr stilvollen, durchgestylten Bildkompositionen präsentiert einen hier Regisseur Clarence Fok ein versiertes Feuerwerk aus Action und Gewalt. Die kalten, aber kräftigen Farbtöne und die Ausstattung samt dem jazzigen Score erwecken den Geist der späten 80er-Jahre. Freunde von Neon-Ästhetik kommen hier genauso auf ihre Kosten wie Freunde des Action-Kinos. Graziele Kampf-Choreografien, wilde Schießereien und Sadismus gehen Hand in Hand und lassen den Zuschauer nicht zur Ruhe kommen. Hier wird schnell geschnitten, aber nie wirkt das Ganze hektisch oder unkontrolliert. Die drei Grazien, denen man auch beim lesbischen Liebesleben beiwohnen darf, wenn Cindy nicht gerade Männer quält, sind prächtig ausgewählt und machen Spaß. Dargestellt werden sie von Chingmy Yau, Carrie Ng und Wei Yao. Die männliche Front wird von Simon Yam vertreten.
NAKED KILLER bietet heiße, tödliche Frauenpower, zünftige Gewalteinlagen und visuelle Reize. Auf eine packende Story muss man dafür aber verzichten. Mache ich gerne, wenn ich stattdessen Filme wie diesen bekomme.
(Bjoern Candidus)
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