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Wild Thing, 1987 – ★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

ASPHALT KID
(WILD THING, Kanada, USA, 1987, Regie: Max Reid)

1969: Zwei Hippie-Eltern sind mit ihrem kleinen Sohn in einem VW-Bus unterwegs. Love & Peace steht allerdings nicht auf der Agenda des Typen, den sie als Anhalter mitnehmen. Der stellt sich als Drogenkurier heraus, der kurz darauf in einen Konflikt mit seinem Kollegen Chopper gerät, der ihn mithilfe einer Überdosis Drogen tötet. Die Eltern des kleinen Jungen werden ebenfalls von Chopper ermordet, während das Kind flüchten kann. Der Junge wächst bei einer verschwurbelten Obdachlosen auf, die ihn mit ihrem Geschwafel an sich binden kann. Das Leben in den Slums der Großstadt macht ihn hart, und die Verbrecher, die die Straßen verseuchen, lassen ihn zum „Wild Thing“ werden. Eines Tages trifft er plötzlich auf (seine) Jane, die gerade von der Gang überfallen wird, die auch für die Ermordung seiner Eltern verantwortlich war. Er kommt seinem Ziel näher: die Vernichtung von Chopper.

Max Reid tischt hier einen unglaublich albernen Action-Zirkus auf, der immerhin charmant aussieht und nie langweilig ist. Man startet Ende der 60er-Jahre, repräsentiert von einer Hippie Familie mit VW-Bus mit Peace-Zeichen. Dann geht es kurz ins Jahr 1975, in dem man das Wachstum des (da noch nicht) Wild Thing Jungen in den Slums der Großstadt beobachten darf. Das Kernstück der Handlung ist dann Mitte der 80er-Jahre angesiedelt, was kaum zu übersehen ist. Gewalt in der Großstadt, Neonlichter, bunte Klamotten, Föhnwellen und die passende musikalische Untermalung sorgt für pure 80er-Stimmung. Die gesamte Ausstattung und das Set-Design ist wirklich gelungen; es gibt viele Details zu entdecken, z.B. in Wild Things Versteck. Dass die Figur des Wild Things so eine Art Großstadt-Tarzan, Batman für Arme oder die Lauch-Version des Ultimate Warrior darstellt, verschafft dem Ganzen nicht gerade Glaubwürdigkeit, und mich verlässt das Gefühl nicht, dass diese hier eigentlich beabsichtigt wurde. In erster Linie funktioniert der Film gerade aufgrund seiner unfreiwilligen Komik. Er punktet jedenfalls nicht durch gute Action-Sequenzen, was bei einem Actionfilm etwas problematisch ist. Es wird zwar viel gekämpft, gehüpft, gefallen und gesprungen, und an das Abseilen an Hausfassaden, sowie an brennende Häuser wurde auch gedacht, nur wurde das Meiste einfach zu schlecht und zu handzahm inszeniert. Zudem wirkt Robert Knepper als Wild Thing so furchteinflößend wie ein Zehnjähriger im Körper eines fast Dreißigjährigen. Überhaupt wirken die Figuren comicartig, überzeichnet, was nicht das Problem wäre, hätte man es mit fähigeren Darstellern zu tun. Knepper ist hier nicht als einziger fehlbesetzt. Robert Davi als Chopper ist zwar bemüht, den Klischee-Bösen zu spielen, versagt aber wie der Rest der Truppe. Da hinterlässt Kathleen Quinlan als Jane (kein Scherz!) noch den besten Eindruck, und die macht hier auch nicht viel. Am liebsten war mir die getigerte Haus-, bzw. Straßenkatze, die Wild Thing auf seinen nächtlichen Einsätzen als Beschützer der Schwachen begleitet.

ASPHALT KID wirkt wie ein bunter Traum eines zehnjährigen Jungen nach dem Konsum von zu vielen Bonbons. Albern, aber irgendwie unterhaltsam.

(Bjoern Candidus)

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