KLEINE TEUFEL
(DEVIL TIMES FIVE, USA, 1974, Regie: Sean MacGregor)
Bei einem Autounfall mit einem VW-Bus sterben die Fahrer. Die fünf Kinder überleben und suchen Hilfe in der eingeschneiten Pampa irgendwo in den Wäldern von Kalifornien. Sie stoßen auf ein Haus, was von einem reichen Widerling, der mit seiner Frau, seiner Tochter und ein paar anderen Unsympathen zusammenwohnt. Sogar ein persönlichen Haustrottel, der alles macht, ist am Start. Schnell wird klar, dass nicht nur die Erwachsenen moralisch verdorben sind, sondern auch die Kinder, die die Anzahl der Erwachsenen nach und nach reduziert.
Sean MacGregors Böse-Kinder-Horrorfilm ist ein typisches Relikt der 1970er-Jahre. Sexgesteuerte Erwachsene, blutige Morde im Hinterland und böse Kinder, dazu gesellt sich ein passender Score von William Loose. Schön ist auch das Winter-Setting und das umfangreiche Haus des Oberzampanos. Leider fährt MacGregor aber auch viel Geschwätzigkeit auf und bietet eine ellenlange Zeitlupen-Tötungs-Szenen in Sepia, die er gerne auf die Hälfte hätte reduzieren können.
Problematisch wird es bei den Figuren, denn die verhalten sich im Grunde alle wie Arschlöcher, was manchen allerdings auch gut zu Gesicht steht. Mit am Start sind hier Gene Evans, den ich aus DONOVANS HIRN (1953) kenne, Joan McCall (GRIZZLY, 1976) und viele andere, die mir weniger bekannt waren.
KLEINE TEUFEL hat zähe Momente, bietet wenige bis keine Identifikationsfiguren, aber wusste mich durch sein 70er-Jahre-Feeling und seine durchaus garstigen Momente zu unterhalten.
(Bjoern Candidus)
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