FOLTERGARTEN DER SINNLICHKEIT
(EMANUELLE E FRANÇOISE LE SORELLINE, Italien, 1975, Regie: Joe D‘Amato)
Carlo ist die Definition von einem Arschloch. Er nutzt Frauen aus, betrügt, verkauft und vergewaltigt sie. Françoise treibt er sogar in den Selbstmord, was ihre Schwester Emanuelle zum Anlass nimmt, sich an Carlo zu rächen. Sie schmiedet einen teuflischen Plan, um ihn physisch und psychisch zu vernichten.
Aristide Mascacesi alias Joe D‘Amato und Bruno Mattei als Co-Autor haben hier einen äußerst garstigen Rape-and-Revenge-Thriller gezimmert, der durchaus beachtenswert ist. D‘Amato fährt hier alles auf, was seine kommenden Werke prägen wird: Sex, Gewalt und Provokation.
Bevor hier die Rache der Frau zu tragen kommt, wird man durch die chauvinistische Männerwelt von Carlo geführt, damit man als Zuschauer mittels Holzhammer Wut auf den Täter bekommt, der dann plötzlich die Rolle des Opfers einnimmt. Widerliche Kerle bestimmen also das Geschehen, und mit George Eastman als Carlo ist eine wahre Naturgewalt an Bord. Eastman, der hier mal ohne Bart auftritt, stiehlt natürlich jedem die Show, auch wenn er ab dem Zeitpunkt seiner Gefangennahme kleinlaut wird. Dann gibt Rosemarie Lindt als Emanuelle den Takt an und findet großen Gefallen daran, Carlo zu erniedrigen und zu foltern. Dadurch, dass sie ihm eine Drogen gibt, die ihn zum halluzinieren bringt, bietet sich D‘Amato die Möglichkeit, aus den Vollen zu schöpfen und tischt eine ziemlich eklige Kannibalen-Szene auf. Die Inszenierung ist manchmal etwas zäh geraten, und wer generell ein Problem mit Nacktheit und Sex-Szenen in Filmen hat, sollte hier einen Bogen drum machen. Aber wer würde dann schon bei D‘Amato einschalten?
FOLTERGARTEN DER SINNLICHKEIT ist Schmierkino der besten Sorte. Miese Typen, nackte Frauen, Rachengel, Sex, Blut und Gedärme sind einem in diesem Rape-and-Revenge-Drama gewiss.
Zudem ist die Story gar nicht mal schlecht, und Rosemarie Lindt als Emanuelle hegt einen durchaus perfiden Plan, der den Film ab der zweiten Hälfte richtig in Fahrt bringt. Für mich einer der besten Filme von Joe D‘Amato.
(Bjoern Candidus)
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