ZIPPERFACE
(USA, 1992, Regie: Mansour Pourmand)
Im SM-Milieu von L.A. werden immer wieder Frauen getötet. Die Polizei tut ihr Bestes, um den Killer zu finden, vor allem die Polizistin Lisa Ryder, die sich sogar selbst als Lockvogel in Gefahr begibt.
Es muss eine ganz sonderbare Sternenkonstellationen am Himmel gestanden haben, als Mansour Pourmand die Idee zu ZIPPERFACE hatte, und ich bin mir sicher, er hat es nur gut gemeint. Vielleicht hat jeder hier sein Bestes vor und hinter der Kamera gegeben. Was dabei allerdings herumkam, ist die C-Version von CRUISING (1980) jenseits von Gut und Böse. Schon in der ersten Szene fällt der Film ins Bodenlose. Man startet mit einem Polizei-Einsatz, bei dem es um eine Geiselnahme geht, die wohl von jedem Zehntklässler mit der Videokamera seins Vaters besser hätte inszeniert werden können. Schlechte Darsteller, die in eklige Rolle schlüpfen, eine überflüssige Liebesgeschichte, die die Zeit unspektakulär dehnt, stümperhafte Action und null Spannung erwartet einen in ZIPPERFACE. Hier liegt wirklich alles brach, was man sich vorstellen kann. Nichts funktioniert, und die Ernsthaftigkeit, mit der man versucht an die Sache zu gehen, macht es nur noch viel übler. Man versucht den Film nicht mal mit Gore zu retten. Es gibt eine Enthauptung und ein paar Tötungen, die alle nicht der Rede wert sind. Auch der Versuch, ein bisschen Softporno zu sein, scheitert kläglich, wie auch die billige Pseudo-SM-Nummer. Das Einzige, was mir im Ansatz gut gefallen hat, war das Industrie-/ Heizungskeller-Setting mit seinem blauen Licht, und im Grunde passt der Killer mit der Lederkluft ganz gut ins Bild. Immerhin spart man sich durch seine Ledermaske in ein weiteres dummes Gesicht blicken zu müssen.
Im Dschungel der DTV-Produktionen der frühen 1990er-Jahre gehört ZIPPERFACE sicher zu einem der dümmlichsten Vertreter im Bereich des Serienmörder-Thrillers, der damals durch DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER (1991) ziemlich angesagt war.
(Bjoern Candidus)
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