VISITORS
(BESÖKARNA, Schweden, 1988, Regie: Jack Ersgard)
Ein weiteres Mal zieht eine Familie von der Stadt in ein abgelegenes Haus auf dem Lande, was Ärger birgt. Der größte Unterschied bei dieser Produktion, die unter der Regie von Jack Ersgard (MANDROID, 1993) entstand, ist wohl das Herkunftsland: Schweden. Die Schweden haben bereits 1922 mit HEXEN (Regie: Benjamin Christensen) bewiesen, dass sie alptraumartige Bilder komponieren können. 1968 folgte Ingmar Bergmans düsteres Psycho-Drama DIE STUNDE DES WOLFS, und über die Jahrzehnte tauchten immer wieder Produktionen aus dem Horror- oder Mystery-Bereich auf, so wie VISITORS im Jahre 1988.
Die Familie, die einem hier serviert wird, bestehend aus Vater Frank, Mutter Sara und den beiden Kindern Lotta und Peter. Kjell Bergqvist (Frank) und Lena Endre (Sara) sind nicht gerade sympathische Figuren, was es schwer macht, eine emotionale Bindung aufzubauen, und die beiden Kinder dienen eher als Dekoration. Streit und der berufliche Misserfolg von Frank drücken die Stimmung. Doch nicht nur mit der Beziehung stimmt etwas nicht, sondern auch mit dem Haus. Die Tapete fällt von den Wänden, Phantome sind am Fenster zu sehen… Alles deutet auf die tausendste Spukhausgeschichte hin, und wenn Frank einen Parapsychologen beauftragt, sein Haus zu untersuchen, natürlich zum Missfallen seiner Frau Sara, fühlt man sich erst mal bestätigt. Doch ganz so einfach ist es nicht.
(Ab hier SPOILER!)
Da durchaus übersinnliche Elemente vorhanden sind, die auf einen Geisterfilm hindeuten, ist VISITORS eher im Bereich des Dämonen- und Folk-Horrors angesiedelt. Das wird vor allem durch Symbole, mysteriöses Kunsthandwerk und Bildnissen zum Ausdruck gebracht, mit denen man im letzten Drittel konfrontiert wird.
(SPOILER Ende!)
Insgesamt bietet VISITORS keine großen Innovationen, ist frei von mitreißenden Figuren, liefert aber eine relativ dichte Atmosphäre, weist ein paar spannende Szenen auf und überrascht sogar gegen Ende etwas.
(Bjoern Candidus)
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