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The Beast, 1975 – ★★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

DAS BIEST
(LA BÊTE, Frankreich, 1975, Regie: Walerian Borowczyk)

Marquis de l’Esperance steht vor dem Ruin. Er legt seinem Sohn Mathurin nahe, die amerikanische Millionenerbin Lucy Broadhurst zu heiraten. Er willigt ein. Ein paar Tage später reisen Lucy und ihre Tante Virginia an. Fasziniert von dem Schloss, schaut sich Lucy um und stößt auf ein Gemälde und Tagebücher von Romilda de l’Esperance, einer Vorfahrin. Und während langsam immer mehr Leute in den Hochzeitsvorbereitungen stecken, verliert sich Lucy in der ungeheuerlichen Vergangenheit der Familie de l’Esperance und träumt von der Bestie, die einst Romilda im Wald vergewaltigt hat. Doch war es wirklich nur ein Traum?

Willkommen in der grotesken Welt von Walerian Borowczyk! Der gebürtige Pole und Wahl-Franzose entfesselt mit DAS BIEST den totalen Wahnsinn mit einem Haufen bizarrer Figuren und Ideen im Minutentakt. Normen und Konventionen werden verdreht oder es wird direkt drauf geschissen. Wer hier einschaltet, muss offen sein für alles, vor allem für sexuelle Abschweifungen, die einigen einiges abverlangen könnten. Der der sehr große Penis der Bestie, der massenweise Sperma verliert, mag wahrlich nicht jedermanns Geschmack treffen, schon gar nicht die einhergehende Vergewaltigung der Zottelbestien von einer Dame, aber ich möchte wetten, dass der pädosexuelle Priester (Roland Armontel) für mehr Aufregung sorgt, wenn er seinen Lustknaben befummelt, was den Jungen offenbar überhaupt nicht stört. Die Wiedergutmachung für Freunde konventionellerer Kost kommt durch die Selbstbefriedigung einer Schönen mittels Bettgestell. Hier geht es drunter und drüber, auch wenn nicht gerade gefummelt oder gevögelt wird, denn auch das sonderbare Verhalten aller anderen Figuren bringt Wirbel in diesen surrealen Horror-Porno. Unter den Darstellern befinden sich u.a. Lisbeth Hummel (ALLEIN UND AUSGELIEFERT, 1987) als Lucy Broadhurst, Guy Tréjan (GEWALT UND LEIDENSCHAFT, 1974) als Marquis de l’Esperance und Sirpa Lane, die es danach in DIE BESTIE AUS DEM WELTRAUM (1980) noch ein weiteres Mal mit einem Riesenpenis zu tun bekommt, der in dem Fall einem Zentaur auf einem fremden Planeten gehört. Hier, in DAS BIEST, darf man sich das Ungeheuer wie eine Mischung aus Werwolf und Bär vorstellen. So wirklich gelungen ist das Kostüm nicht, aber der ganze Irrsinn, der hier entfesselt wird, lässt über solch kleine Mängel hinwegblicken. Etwas nervig ist teilweise die Kammermusik während der Verfolgung durch den Wald. Dass die Inszenierung auch gut fotografiert wurde, wertet das unvergleichbare Erlebnis zusätzlich auf. Sowohl Bernard Daillencourt als auch Marcel Grignon zeigten sich für die Fotografie verantwortlich. Neben dem Schloss gibt es auch ein paar sehr schöne Impressionen der umliegenden Natur, die der Inszenierung zusätzlich etwas märchenhaftes verleihen; hier kommen auch Geräusche wie Vogelgezwitscher zur Geltung.

DAS BIEST ist ein unvorhersehbarer Trip, veranstaltet von einem großen Künstler namens Walerian Borowczyk.

(Bjoern Candidus)

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