AMOK
(SCHIZO, GB, 1976, Regie: Pete Walker)
Samantha hat eine schreckliche Vergangenheit: Ihre Mutter wurde von einem Mann namens Haskin getötet. Haskin wurde gestellt und verhaftet. Viele Jahre später heiratet sie den Industriellen Alan Falconer, doch auf der Hochzeitsfeier sieht Samantha Haskin, der sich eingeschlichen hat und offensichtlich aus dem Gefängnis entlassen wurde. Da niemand anderes den Mann gesehen hat oder identifizieren konnte, glaubt man Samantha ernst nicht, doch dann kommt es zu Morden in ihrem Umfeld.
Es ist schon beeindruckend, wie viele Knaller Pete Walker in nicht mal zwei Jahrzehnten abgefeuert hat, und so erschien im Jahre 1976 nicht nur sein HAUS DER TODSÜNDEN, sonder auch AMOK. Wie schon bei IM RAMPENLICHT DES BÖSEN hat man es hier mit einem Pre-Slasher zu tun, vorausgesetzt, man legt die Grenze bei HALLOWEEN (1978), der sich auch mit giallotypischen Elementen schmückt. Die Darstellung der Morde, die Auflösung im letzten Drittel und besonders die spiritistische Gruppensitzung könnte geradewegs aus PROFONDO ROSSO (1975) stammen. Rein optisch ist man jedenfalls ganz klar im britischen Kino von Peter Walker. Die anfängliche Ansammlungen der üblichen alten Menschen im Walker-Kino, löst sich im weiteren Verlauf etwas auf, dennoch stehen die Alten auch hier immer wieder im Rampenlicht, wie z.B. Haskin. Der runzlige, marode Anstrich der Häuser und Wohnungen seiner Produktionen ist auch hier wieder vertreten; als wäre der Holzwurm nicht weit. Der Mann versteht etwas von natürlicher, aber bedrückender Atmosphäre. Aber er ist auch immer gut für garstige Figuren, die schreckliche Dinge tun, und das Phantom, was hier mordet, schneidet schon mal eine Kehle durch oder versetzt einem Kopf Schläge mit dem Hammer. Die gut dosierten Gewalt-Szenen sind spannend inszeniert. Auch bei den Darstellern gibt es nichts zu mäkeln. Hauptcharakter Samantha wird von Lynne Frederick (CIRCUS DER VAMPIRE, 1972 / PHASE IV, 1974) dargestellt, die hier eine solide Leistung abliefert. Ihr Film-Ehemann Alan Falconer wird von John Leyton (GESPRENGTE KETTEN, 1963) dargestellt und ihre Freundin Beth von Stephanie Beacham (EMBRYO DES BÖSEN, 1973). Jack Watson (DIE BRENNENDEN AUGEN VON SCHLOSS BARTIMORE, 1964) schlüpft in die Rolle von William Haskin.
Spannung, Paranoia, blutige Morde, verschrobene alte Herrschaften und eine junge Frau mit Problemen bestimmen diesen Slasher-Thriller aus dem von mir gern gesehenen Hause Walker.
(Bjoern Candidus)
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