NIGHT WARNING
(USA, 1981, Regie: William Asher)
Nach dem Tod seiner Eltern wächst Billy bei seiner Tante Cherylauf, die ihn abgöttisch liebt. Vierzehn Jahre später ist Billyzu einem recht attraktiven jungen Mann geworden, der studieren möchte. Plötzlich kochen in Tante Cheryl Verlustängste auf, die sie vor nichts zurückschrecken lässt.
William Asher, der vor allem Episoden für US-Serien wie TWILIGHT ZONEoder VERLIEBT IN EINE HEXE gedreht hat, hat hier einen dichten Psycho-Drama-Terrorfilm gezimmert. Das Ganze ist ein Gemisch aus durchaus bekannten Themen. PSYCHO (1960) lässt grüßen, BUIO OMEGA (1979) blitzt auf und FREITAG DER 13.(1980) ist deutlich zu spüren, es folgten Filme wie DER KÄFIG(1985) und MISERY (1990).
Die Inszenierung ist lange Zeit sehr ruhig, wird hin und wieder mit kleinen Gewalteinlagen oder anderen Irritationen angereichert, die sich gegen Ende blutig zuspitzen. Das dürfte wohl auch der Grund sein, warum es der Film hierzulande nicht leicht hatte. Dazu werden Themen wie Sexualität, besonders Homosexualität, Verlustängste und psychische Störungen aufgegriffen. Auch wenn Susan Tyrrell als Tante Cheryl manchmal etwas zum Overacting neigt, macht es doch großen Spaß, ihrem Irrsinn zu folgen. Susan Tyrrell kann man z.B. auch in FLESH & BLOOD (1985) und in DIE NACHT DER SCHREIE (1987) entdecken. Gar nicht schlecht ist auch Jimmy McNichol als Billy Lynch, der auffälligerweise ständig seinen adretten Körper präsentiert, was seiner Tante sicherlich nicht ungelegen kam. Mir allerdings auch nicht. Zudem ist der Film wertig fotografiert und wurde von niemand geringerem als von Ted Nicolaou, dem Vater der SUBSPECIES – Reihe, geschnitten.
Das ländliche Setting, das Haus von Cheryl und Billy baut eine dichte Atmosphäre auf, die mich, auch in Verbindung mit den Gore-Effekten, nicht nur einmal an FREITAG DER 13. erinnerte.
Beklemmend, psychotisch, blutig und handwerklich auf gutem Niveau: NIGHT WARNING.
(Bjoern Candidus)
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