DARK COLONY
(THEY ARE AMONG US, USA, 2004, Regie: Jeffrey Obrow)
Jeffrey Obrow, der den sehr ansehnlichen Monster-Horrorfilm ANTHONY (1987) fabriziert hat, serviert hier einen weiteren Film, der in der Tradition von Filmen wie
INVASION OF THE BODYSNATCHERS (1956/1978/93/07) oder
INVASION FROM MARS (1953/1986) steht, aber auch AKTE X drängt sich auf. Neuigkeiten gibt es also nur sehr wenige, aber Altes wurde immerhin solide aufbereitet.
Nach einem spannenden Anfang, der einen schon mal Paranoia-Kino verspricht, springt die Handlung ein paar Tage zurück. Wir lernen Daniel, den Protagonisten kennen, der merkwürdige Auffälligkeiten bei seinen Eltern feststellt, die immer wieder mit einer kleinen Truhe beschäftigt sind, die sie hüten und stets im Haus verstecken. Mit seinen Freunden suchen sie nach der Truhe, die sie schließlich finden, und damit beginnt der Schrecken, der seinen Ursprung im All hat.
Die Inszenierung zeigt sich schon von Beginn an düster und legt die Weichen für das bekannte Was-passiert-mit-meiner-Umwelt-Paranoia-Thema, was bei dieser Filmgattung nichts ungewöhnliches ist. Da der Hauptdarsteller und seine beiden Freunde im Teenager-Alter sind, werden hier natürlich auch die 80er-Jahre beschworen, wie heute mit STRANGER THINGS. Die Formel Jung-gegen-Böse ist einfach, aber bewährt.
Die obligatorische Kleinstadt irgendwo am Arsch der Welt fehlt ebensowenig wie eine gewiefte Computer-Expertin, ein Wissenschaftler, verschrobene Bewohner und Lebensformen aus dem Weltraum, die eine Mission haben. Für einen TV-Film wird einem eine recht dichte Atmosphäre präsentiert, die bis zum Ende aufrecht erhalten bleibt. Die Spannung schwankt, es gibt zähe Momente, aber insgesamt hat es der Film geschafft, mich bei Laune zu halten. Man sollte hier keine großen Effekte erwarten, aber
gegen Ende fehlt nicht mal ein Animatronic-Alien-Modell.
Auch die Wahl der Darsteller ist okay. Mit Nana Visitor, Bruce Boxleitner und Clint Eastwoods Töchterchen Alison Eastwood sind hier sogar kleine Bekannte dabei.
DARK COLONY sieht zwar nach 90er-Jahre-Fernsehen aus, gewinnt durch das Ende fast den Eindruck, als hätte man es mit einem Pilotfilm für eine Serie zu tun und bietet unter dem Strich keine großen Offenbarungen im Invasions-Kino. Dennoch habe ich hier genau das bekommen, was ich erwartet habe und war am Ende zufrieden.
(Bjoern Candidus)
Schreibe einen Kommentar