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The Last Dinosaur, 1977 – ★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

Erstsichtung:

DER LETZTE DINOSAURIER
(THE LAST DINOSAUR, Japan, USA, 1977, Regie: Alexander Grasshoff, Tsugunobu Kotani)

Masten Thrust, der reichste Mann der Welt, und ein ziemlich widerlicher noch dazu, will mit seinem Polar Bohrer in eine Welt vordringen, die in etwa unserer Urzeit entspricht. Bei der ersten Reise, bei der er nicht dabei war, kam es zu einem Zwischenfall mit einem Tyrannosaurus Rex, der die gesamte Crew bis auf einen gefressen hat. Masten, eine Fotografin und drei weitere Abenteurer und Wissenschaftler begeben sich auf die Reise mit einem Riesenbohrer, der sich durch den Meeresboden in eine unbekannte Welt voller Gefahren bohrt.

Die japanisch-us-amerikanische Koproduktion, die unter der Regie von Alexander Grasshoff und Tsugunobu Kotani entstanden ist, fügt zwei große Geschichten zusammen: „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ (1864) von Jules Verne und „Das vergessener Land“ (1918) von Edgar Rice Burroughs. Allerdings passiert das stillschweigend, ist aber kaum zu übersehen, zumal beide Geschichten bereits wunderbar verfilmt wurden. William Overgard, der für das Storykonstrukt verantwortlich ist, hat also relativ leichtes Spiel gehabt, könnte man meinen. Dennoch fühlt sich der Film in seiner Gesamtheit noch eigen genug an.

Masten Thrust, der reichste Mann der Welt, der mehr den Eindruck von der dümmsten Wurst der Welt macht, wird von Richard Boone (HAVE GUN – WILL TRAVEL, 1957-1963) dargestellt und ist ein ziemlicher Kotzbrocken, der vor allem gerne Jagd auf wilde Tiere macht. Das Schlimmste ist aber sein theatralisches Gerede, was sich gegen Ende bis zur Lächerlichkeit zuspitzt. Überhaupt wird hier viel geredet, und eine Straffung hätte dem Film sicherlich gutgetan. Aber genug der negativen Worte. Die restliche Besetzung fällt kaum auf, also auch nicht negativ. Mit Joan van Ark, die in sämtlichen US-TV Serien aufgetreten ist, hat man ein „typisches Weibchen“ an Bord, um das sich Masten Thrust oder der junge Geologe Chuck Wade, dargestellt von Steven Keats, kümmert. Die Stars sind hier ganz klar die Dinosaurier. Richtig! Hier taucht nämlich nicht nur ein Dinosaurier auf, sondern gleich mehrere. Neben dem T-Rex ist z.B. auch ein Triceratops dabei, während am Himmel zwei Pteranodons schweben. Der T-Rex ist allerdings die Hauptattraktion des Films und bekommt relativ viel Sceentime, sieht aber auch nicht wirklich prickelnd aus. Meistens bewegt sich ein Mann im Gummikostüm, was ja nicht das Problem wäre, aber das Design der Riesenechse ist weniger gelungen. Dennoch erkennt man die Liebe, die das japanische Effektstudio Tsuburaya Productions in den Film gesteckt hat. Nicht nur die echte japanische Naturkulisse ist wunderschön anzuschauen, sondern auch die prähistorischen Modelllandschaften mit Riesenpflanzen, dampfenden Seen oder den knöchernen Überresten der T-Rex-Mahlzeiten. Das sah in CAPRONA – DAS VERGESSENE LAND (1974) alles besser aus, aber in dem Punkt muss sich DER LETZTE DINOSAURIER auch nicht verstecken. Und wo Dinosaurier sind, dürfen Höhlenmenschen nicht fehlen, zumindest nicht im Kino, und die werden von mit Haaren beklebten Asiaten dargestellt, was sonderbarer klingt als es letztlich ist. Insgesamt gibt es viel zu entdecken, die Inszenierung bietet relativ viel Action und Bewegung und wenn sie mal wieder in Leerlauf gerät, kann man sich am Hintergrund laben.

DER LETZTE DINOSAURIER liefert auch für 1977 nichts Neues, serviert aber Bekanntes in schönen Bildern und ist ausgestattet mit liebevollen Modellen und Kostümen, die den Dinosaurierfilm-Freund erfreuen sollten.

(Bjoern Candidus)

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