BATMAN VS. TWO-FACE
(USA, 2017, Regie: Rick Morales)
Mad Scientist Doctor Hugo Strange hat eine Maschine erfunden, die Menschen ihre Boshaftigkeit absaugen kann. Da kommen Strange Gothams Schwerverbrecher wie der Joker, der Pinguin, der Riddler, Egghead und Mr. Freez gerade gelegen. Zeuge dieses gefährlichen Experimentes ist Batman, Robin und Staatsanwalt Harvey Dent. Es kommt, wie es nicht kommen soll: die Konzentration Boshaftigkeit, die von den Superschurken ausgeht, ist so gewaltig, dass es zu einer Explosion kommt, bei der Harvey Dent schwere Gesichtsverletzungen erleiden muss. Aus Bruce Waynes gutem Freund wird Two-Face, und der hat keine guten Absichten.
Wer von der komplett wahnsinnigen 60er-Jahre BATMAN-Serie nicht genug bekommen kann, der darf sich freuen, denn stilistisch orientiert sich BATMAN VS. TWO-FACE, wie schon BATMAN: RETURN F THE CAPED CRUSADERS (2016), an eben dieser Bat-Epoche. Und ja, das Retro-Konzept geht absolut auf und setzt den schrillen, farbenfrohen Irrsinn gekonnt fort. Ich fühlte mich sofort zu Hause. Der einzige Unterschied: das Gotham-City meiner Kindheit mit all den Helden und Schurken wie ich es einst auf SAT.1 (und später auf BD ) erleben durfte, ist nun gezeichnet, aber das auf höchst respektvolle Art. Dass hier vor allem die bekanntesten Schurken wie der Joker, der Pinguin und der Riddler einen kurzen Auftritt haben, ist natürlich ein goldiger Fan-Service, und auch an Catwoman und King Tut wurde gedacht, aber besonders geschickt ist die Einführung von Harvey Dent alias Two-Face, der nämlich in der damaligen TV-Serie ausgelassen wurde, da man Angst hatte, dass der Charakter für die Serie zu grausam sei. Man darf sich also auf eine ganz neue Origin-Story von Two-Face freuen, in der Batman und Robin, treu dem Gesetz der zugrundeliegenden Serie, in Gefahren geraten, in Fallen tappen und dem sicheren Tod ins Auge blicken, bevor sie zum Rettungsschlag von Gotham City ausholen. Der Vorteil einer animierten Fortsetzung ist natürlich die Sprengung von darstellerischen Grenzen, wie es bei der damaligen Realserie nicht möglich war. Und so wird sehr viel mehr auf Action und Bombast gesetzt, der sich aber immer dem schrägen Grundcharakter anpasst.
Besonders gut hat mir im Übrigen die Szene mit dem eifersüchtigen Robin gefallen, dem sein Batman nicht schnell genug zurückkommen konnte. Und eine Maschine, die die Boshaftigkeit aus den Köpfen der Menschen absaugen kann, wäre dringend nötig. Wer mit O-Ton guckt, darf sich auf die Stimmen von Adam West und Burt Ward als Batman und Robin freuen. Ach ja, und William Shatner spricht Harvey Dent / Two-Face.
BATMAN VS. TWO-FACE ist ein gelungener Nostalgie-Trip, der nichts vermissen lässt, was die damalige TV-Serie ausgezeichnet hat.
(Bjoern Candidus)
Schreibe einen Kommentar