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The Night Child, 1975 – ★★★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

THE CURSED MEDALLION
(IL MEDAGLIONE INSANGUINATO – PERCHE?, GB, Italien, 1975, Regie: Massimo Dallamano)

Michael Williams, ein Fernsehreporter der BBC, soll in Italien eine Dokumentation über mystische und okkulte Gemälde aufnehmen. Gemeinsam mit seiner Tochter Emily und dem Kindermädchen Jill geht es nach Italien, genauer nach Spoleto, einem wunderschönen Bergdorf. Seit dem Unfalltod ihrer Mutter ist Emily stark angeschlagen, und die neue Umgebung tut nichts, um dies zu verbessern. Sie wird von Angstattacken und Visionen heimgesucht und entwickelt einen Hass gegen Jill. Vater Michael ist besorgt, konzentriert sich aber gleichzeitig um die reizende Produzentin Joanna. Als die mysteriöse Gräfin Cappelli auftaucht, warnt sie Michael vor einem finsteren Gemälde, was ihn und seine Tochter ins Verderben stürzen wird, sollte er nicht abreisen. Doch er will nicht hören…

Die Schatzkammer des italienischen Kinos ist reich gefüllt, und es gibt immer wieder etwas zu entdecken. IL MEDAGLIONE INSANGUINATO von Massimo Dallamano (DER TOD TRÄGT SCHWARZES LEDER, 1974) ist ziemlich in Vergessenheit geraten, scheint mir. Hierzulande erklärt sich das wahrscheinlich dadurch, weil der Film hier nie in synchronisierter Form erschienen ist. Im Ausland sieht es da besser aus. Der Mangel an Aufmerksamkeit ist vor allem deshalb tragisch, weil Dallamano einen wirklich hervorragenden Okkult-Horrorfilm geschaffen hat, der zwar klar auf der damaligen Teufelswelle entstanden ist, aber ROSEMARY‘S BABY (1968) oder DER EXORZIST (1973) nicht direkt kopieren will, wie es andere eher versucht haben. Es gibt durchaus bekannte Elemente, aber die Story ist eine andere. Der Film hat mich sogar stellenweise mehr an DAS OMEN erinnert, was erst ein Jahr später das Licht der Leinwand erblicken durfte. Von London geht es nach Rom und von da in ein italienisches Bergdorf irgendwo in Umbrien. Alte Häuser, finstere Gassen und eine schöne Natur mit sommerlichem Wetter dominieren das Bild, im Kontrast dazu gibt es düstere Vision aus dem Mittelalter und die höllischen Impressionen des mysteriösen Gemäldes. Kameramann Franco Delli Colli hat jedenfalls erneut eine hervorragende Arbeit abgeliefert. Nicht weniger gelungen ist der facettenreiche Score von Stelvio Cipriani, der die Inszenierung immer passend begleitet. Blut und Ekel hat Dallamano nicht nötig, stattdessen setzt er auf atmosphärische Bilder und eine Story, die bis zum Ende gut funktioniert. Nicht ganz so überzeugend sind die Darsteller, was nichts mit der Qualität von Richard Johnson, Joanna Cassidy, Evelyn Stewart oder Lila Kedrova zu tun hat, aber die Inszenierung scheint sie etwas zu überlagern. Einzig Nicoletta Elmi, mein Lieblingsitalopsychokind, sticht hervor. Wobei die auch etwas anstrengend sein kann.

IL MEDAGLIONE INSANGUINATO – PERCHE? ist ein weiterer starker Film aus dem Hause Dallamano und gehört zu einem der gelungensten Beiträge der damaligen Okkult-Horror-Welle.

(Bjoern Candidus)

←Children Shouldn’t Play with Dead Things, 1972 – ★★½
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