DIE SÄGE DES TODES
(Deutschland, Spanien, 1981, Regie: Jess Franco)
An einer Sprachschule an der spanischen Küste geht ein Mörder um, der es auf die Schülerinnen abgesehen hat. Es gibt auch schon einen Verdächtigen: Miguel, der entstellte Sohn der Contessa, der die Sprachschule gehört. Doch ist der voyeuristisch veranlage Miguel wirklich der Mörder?
Auch ein Jess Franco musste sich an die neuen Gepflogenheiten des Horrorkinos anpassen und verfilmte hier für die deutschen Produzenten Wolf C. Hartwig und Otto Retzer das Drehbuch von Erich Tomek. Mit DIE SÄGE DES TODES wollte man auf dem damals angesagten Slasher-Pfad wandeln, und das ist durchaus gelungen.
Der Film ist nicht nur inhaltlich für Franco ungewöhnlich, er sieht auch kaum nach ihm aus. Das liegt mitunter auch am Fehlen seiner Stammschauspieler wie Howard Vernon, Paul Muller oder Lina Romay (immerhin als Regieassistentin an Bord), die hier wegen Leute wie Olivia Pascal, Jürgen Drews damaliger Ehefrau Corinna Drews, Alexander Waechter und vielen anderen weichen mussten. An Figuren, die auch nicht mehr Hirn in der Birne haben als viele ihrer US-Vorbilder, mangelt es jedenfalls nicht, ebensowenig wie an ausufernde Gewalt. Brüste werden durchstochen, Körper werden aufgeschlitzt oder zersägt; hier kreist mehr der D’Amato- und Fulci-Hammer.
Kameramann Juan Soler liefert schöne Bilder und fängt die Urlaubstimmung gut ein, die der Drehort in Alicante, Spanien mitbringt. Es gibt sowohl düstere Abschnitte als auch sehr sommerliche, was den Film immer frisch und belebt wirken lässt. So kann man bestens über die flache Story hinwegsehen. Neben dem durchaus gelungenen Score von Gerhard Heinz, liefert sogar DERRICK-Komponist Frank Duval ein exklusives Stück.
Mit DIE SÄGE DES TODES nimmt Franco keine Gefangenen, liefert, was ihm aufgetragen wurde und sticht aus der Masse seiner eigenen Filme hervor.
(Bjoern Candidus)
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