Demnächst erscheint mit THE MONKEY die Verfilmung von einer der unheimlichsten Stephen King Storys.
Bereits 1984 wurde diese auf inoffiziellem Wege und sehr stark abgeändert verfilmt.
THE DEVILS GIFT
(USA, 1984, Regie: Kenneth J. Berton)
THE DEVILS GIFT ist ein recht unbekannter, sehr günstig produzierter Horrorfilm, der zudem sehr unspektakulär ist. Was ihn aber durchaus interessant macht, ist die Nähe zu Stephen King. Kenneth J. Berton, der hier Regie führte und die Story schrieb, hat sich offensichtlich an Kings Kurzgeschichte DER AFFE (THE MONKEY, im Sammelband SKELETON CREW, dt. Titel BLUT) orientiert, sie ordentlich variiert, aber das Hauptelement, ein böser Spielzeug-Affe mit Zimbeln, der für den Tod von Menschen und Tieren verantwortlich ist, aufrecht erhält. Das klingt gar nicht schlecht, zumal Kings Geschichte wirklich furchteinflößend ist, aber das filmische Ergebnis ist leider sehr mäßig. Anfänglich bekommt man noch ein gruseliges Horrorhaus wie aus dem Katalog spendiert, in dem eine schrullige Frau mittels Quija-Brett einen Dämonen beschwört. Hier wird dann auch bereits der Zimbel-Affe eingeführt, der kurze Zeit später als Geschenk in das Haus der Familie Andrews einziehen darf. Familie Andrews besteht aus Vater David, seinem Sohn Michael, der angehenden Stiefmutter Susan und einem Hund. Jeder scheint gelangweilt, niemand hat eine Ausstrahlung, am ehesten noch der Hund. Keine gute Grundlage für einen Film, der sich vor allem im Kreis einer Familie bewegt, was in der Vorlage ebenfalls so ist, nur kennt dort der Vater den Schrecken um den Affen aus seiner eigenen Kindheit. Hier kauft David den Affen in einem Antiquitätenladen, um ihn seinem Sohn zu schenken. Was bei King im Unklaren bleibt, ist die Erklärung, warum der Zimbel-Affe böse ist, während man dieses Wissen hier bereits in den ersten Minuten bekommt. Die eigentliche Handlung der King-Geschichte wird nicht groß berücksichtigt. Dennoch gibt es Elemente, die sich überschneiden. Wie in der Vorlage erklingen im Film auch erst die Zimbeln, bevor einer stirbt; ebenso muss auch der Familienhund im Film das Zeitliche segnen, außerdem wird man den Affen nicht los. Ansonsten gibt es eine langatmig inszenierte Geschichte, die eher POLTERGEIST (1982) aufgreift als sich ins King-Universum zu begeben, aber das wäre aus rechtlicher, bzw. finanzieller Situation auch schwierig gewesen. Neben einer Quasi-Tangina gibt es auch hier eine Parapsychologin, die Ratschläge gibt. Und was sehr präsent ist: STAR WARS-Spielzeug und E.T.-Poster. Ansonsten erwarten einen billige Tricks, ein albernes Äffchen, was nicht im Ansatz mit der Bedrohung mithalten kann, die King im Text entfacht und ganz viel sauerstoffarmer Wirrwarr. Im Jahr 1996 hat sich Kenneth J. Berton seinen Film erneut angenommen, ihn zurechtgestutzt und in seinen Anthologie-Film MERLIN‘S SHOP OF MYSTICAL WONDERS einfließen lassen. Wie eine richtige Adaption des kingischen Stoffes aussieht, wird man 2024 in THE MONKEY erfahren.
THE DEVILS GIFT ist ein schlecht inszenierter Horrorfilm, der im Grunde nur Stephen King-Fans empfohlen sei, die wirklich alles konsumieren wollen, was im Ansatz aus seiner Richtung kommt. Immerhin ist hier mehr King drin als in DER RASENMÄHERMANN (1992), aber das ist eine andere Geschichte.
(Bjoern Candidus)
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