ATOR – HERR DES FEUERS
(ATOR I’INVINCIBILE, Italien, 1982, Regie: Joe D‘Amato)
Wie es eine alte Prophezeiung sagt, wird eines Tages aus einem Kind der mächtige Krieger Ator, der die Welt von dem Spinnenkult, der sie unterdrückt, befreit. Als das Kind schließlich geboren wird, rettet es der Krieger Griba und bringt es in Sicherheit. Jahre später, Ator ist zu einem jungen, kräftigen Mann herangewachsen, werden auch seine Stiefeltern vom Spinnenkult getötet. Gemeinsam mit der Amazonin Roon bricht Ator auf, um Rache zu nehmen.
Auch Joe D‘Amato wollte mal einen CONAN, DER BARBAR (1982) in seiner Vita stehen haben, wie viele seiner Kollegen. Vor allem wollte er aber Geld vom großen Kuchen. Und so trat er aufs Gaspedal und kurbelte noch im gleichen Jahr ganz geschwind seinen ATOR – HERR DES FEUERS herunter. Dass dabei ein Werk entstanden ist, das im Schatten von John Milius nur untergehen kann, müsste eigentlich nicht erwähnt werden, aber vieles müsste nicht sein. Scheußliche Perücken müssten z.B. auch nicht sein, trotzdem trägt man sie hier. Aber man ist in der Welt von Joe D‘Amato, und da wird gegessen, was auf den Tisch kommt. Die Darsteller machen Spaß. Miles O‘Keeffe als Ator wirkt eher wie ein Barbärchen, nicht wie ein Barbar, und Edmund Purdom als Griba hätte sicherlich enormen Beifall in der Dschingis Khan Band erfahren. Weibliche Unterstützung kommt von Sabrina Siani, Ritza Brown und der einzigartigen Laura Gemser. Dazu gesellt sich der peruanische Ringer und Schauspieler Dakar (SANDOKAN, 1963) und Italo-Western-Urgestein Nello Pazzafini. Es hinkt und wackelt überall, aber es unterhält. Meistens hält man sich in Wäldern, auf Wiesen, Parkanlagen oder Felsen mit Höhlen auf, was für das schmale Budget spricht, aber zumindest nett anzusehen ist. Einfallsreichtum fährt D‘Amato, der auch hier wieder selbst die Kamera führte, also nicht gerade auf. Es gibt keine Spannung, man läuft nur von A nach B, man spielt kämpfen, man quatscht dummes Zeug und läuft weiter. Das kommt einem bekannt vor? Richtig, aus sehr vielen Filmen, und deshalb fällt es hier auch nicht sonderlich schwer ins Gewicht. Untermalt wird die Show von Carlo Maria Cordio.
Wenn man Lust auf Männer und Frauen mit billigen Perücken und Fellkostümen verspürt, die sich durch die Flora Italiens jagen, ist ATOR – HERR DES FEUERS Euer Film. Aber nur dann!
(Bjoern Candidus)
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