GHOST STORIES
(GB, 2017, Regie: Jeremy Dyson / Andy Nyman)
Mr. Goodman hat sich auf das mutmaßlich Übersinnliche spezialisiert. Besonders Hochstapler und Betrüger, die die angebliche Geisterwelt sehen oder mit ihr kommunizieren können, sind ihm ein Dorn im Auge. Auch der ehemalige TV-Moderator Charles Cameron ist dieser Aufgabe nachgegangen und lädt Goodman zu sich ein, um ihm die drei Akten von echten Geistererscheinungen zu überreichen. Goodman macht sich auf, die Zeugen der Erscheinungen zu befragen.
Die beiden Herren Jeremy Dyson und Andy Nyman haben hier einen sehr ruhigen und spannenden Geister-Horrorfilm abgesetzt, der auf ihrem eigenen Theaterstück basiert. Es gibt die ein oder andere Überflüssigkeit, manchmal zeigt man mehr als nötig, gleicht das aber durch andere Dinge wieder aus. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Figuren, auf ihren Erlebnissen und den Auswirkungen, die sie hinterlassen haben. Mit Daniel Hill (als Mr. Goodman) und Martin Freeman hat man ein glückliches Händchen bewiesen, was sich im Grunde über alle hier anwesenden sagen lässt. Auch wenn der Film nicht ganz befreit ist von Jumpscares, halten die sich dennoch stark zurück und erfüllen zumindest ihren Zweck, wenn sie zum Einsatz kommen. Vielmehr erzeugen Dyson und Nyman Spannung durch die langsame Inszenierung, durch die Dialoge, das Setting von schönen englischen Landschaften, engen Fabrikanlagen oder einer Kanalisation (die dem Zuschauer natürlich gleich einen Clown vor Augen führen kann).
GHOST STORIES bietet auf fast schon meditative Art das, was vielen Geisterfilmen der Moderne abgeht: Gruselgefühle. Ein schöner Film, der bis zum Ende etwas zu erzählen hat.
(Bjoern Candidus)
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