Zum Inhalt springen
  • Startseite
  • Episoden
  • Rezensionen
  • Über uns
  • Wo Ihr uns findet
  • Kontakt

Murder-Rock: Dancing Death, 1984 – ★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

MURDER-ROCK
(MURDEROCK – UCCIDE A PASSO DI DANZA, Italien, 1984, Regie: Lucio Fulci)

In einer New Yorker Tanzschule kommt es zu einer Reihe von Morden. Kommissar Borgess glaubt, den Killer unter den Tanzschülern zu finden, der möglicherweise aus Eifersuchtsmotiven tötet. Doch in der Vergangenheit der Tanzlehrerin Candice Norman liegt ein Übel, was sich möglicherweise den Weg in die Gegenwart gegraben hat.

Nach seinem Ausflug ins Barbaren-Fantasy-Genre mit CONQUEST (1983) und seinem Scifi-Action-Zirkus DIE SCHLACHT DER CENTURIONS (1984) griff Lucio Fulci zurück auf das Giallo-Kino, was er ab Ende der 1960er mit prägte. Doch 1984 tickten die Uhren anders und so wollte sich Fulci natürlich auch etwas den neuen Gepflogenheiten anpassen. Leider ohne großen Erfolg. Hatte man es in Dario Argentos meisterlichem SUSPIRIA (1977) noch mit einer klassischen Tanzschule zu tun, wird hier zu Discomusik das Tanzbein geschwungen. Keith Emerson ist für den poppigen Soundtrack verantwortlich und lässt seine mitreißenden Klänge aus INFERNO (1980) schmerzlich vermissen. Von den ellenlangen Tanzeinlagen und der 80er-Jahre-Ästhetik kann man halten was man will, gut inszeniert wurde sie, und der Fotografie von Giuseppe Pinori kann man nichts vorwerfen. Auch die wenigen Morde, die mittels einer schmuckvoll verzierten Hutnadel ausgeführt werden, sind stilvoll in Szene gesetzt und erinnern etwas an Argento. Visuell braucht sich MURDER-ROCK nicht zu verstecken. Nach dem ziemlich tanzlastigen Anfang liefert Fulci in der ersten Hälfte ein paar spannende Momente, doch die werden danach immer seltener. Fulci benutzt vor allem die New Yorker Skyline bei Nacht, um den Ort des Geschehens zu verraten. Dadurch baut er zumindest eine schöne 80er-Jahre-Großstadt-Atmosphäre auf. Aber auch die Studioaufnahmen können sich sehen lassen; sie erstrahlen in schönen Farben und erinnern manchmal an die Glanzzeiten des Genres. Inhaltlich ist hingegen nicht viel zu erwarten. Nicht, dass eine große Story von Nöten sei, aber Fulci gleicht diesen Mangel leider auch nicht mit interessanten Figuren aus, dabei fährt er einige gute Bekannte des italienischen Kinos auf. Ray Lovelock, Claudio Cassinelli, Cosimo Cinieri, Christian Borromeo, Al Cliver und Olga Karlatos geben sich die Hand. Leider dümpeln die Figuren vor sich hin und haben mich kalt gelassen. Schade.

Wer sich nicht von der 80er-Jahre-Disco-Ästhetik abschrecken lässt, kann unter dem Strich bei MURDER-ROCK einen soliden Giallo erwarten, der sich allerdings mit nichts groß brüsten kann.

(Bjoern Candidus)

←Dorothea’s Revenge, 1974 – ★★★★½
Go Gorilla, Go!, 1975 – ★★★★→

Kommentare

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Weitere Beiträge

  • The Time Travelers, 1964 – ★★★

    8. September 2026
  • River’s Edge, 1986 – ★★★★

    7. September 2026
  • White Star, 1983 – ★★★★½

    5. September 2026
  • Fortsetzungen

    3. September 2026

Impressum · Datenschutzerklärung · © 2026 Antenne Traumstadt