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Damned in Venice, 1978 – ★★★

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

DIE WIEGE DES TEUFELS
(NERO VENEZIANO, Italien, 1978, Regie: Ugo Liberatore)

Nach einem tödlichen Unfall der Eltern, kommt der blinde Mark und seine Schwester Christina bei ihren Verwandten in Venedig unter. In Venedig angekommen, häufen sich bei Mark Visionen von einem unheimlichen Mann mit einem Hund, dem er alsbald in der Realität begegnet. Es kommt zu einer Reihe mysteriöser Todesfälle, und als seine Schwester plötzlich schwanger ist, wird Mark klar, welche Macht hier an den Fänden zieht.

An den Regie-Fäden hat Ugo Liberatore (DAS GESCHLECHT DER ENGEL, 1967) gezogen, und sowohl Italo-Horror- als auch Okkult-Horror-Freunde dürften hier ihren Spaß haben, vielleicht nicht uneingeschränkt, aber in großen Teilen.

Dass der Film Venedig zum Schauplatz hat, wird von der ersten Minute offenbart, und auch im weiteren Verlauf profitiert Liberatore von den maroden Häusern, den schmalen Gassen, Kanälen und Gondeln der Lagunenstadt, die Kameramann Alfio Contini wirkungsvoll fotografiert hat. Bei dem Setting drängt sich natürlich zu recht WENN DIE GONDELN TRAUER TRAGEN (1973) auf, was zusätzlich verstärkt wird, wenn man den Namen Pino Donaggio liest, der sowohl für Roeg als auch für Liberatore die Musik komponierte, und die ist auch hier sehr schön. Aber auch das mysteriöse Treiben erinnert an Roegs Film und wird kombiniert mit ROSEMARY’S BABY (1968) und sämtlichen Versatzstücken des Okkult-Horrorkinos der 70er-Jahre. Auffällig sind auch die wenigen, aber harten Gore-Sequenzen, die stark nach dem Aussehen, was Lucio Fulci wenige Jahre später abgeliefert hat. Zerstörte Körper aus denen Würmer kriechen und ein Baby, was auf ein Nagelbrett geschleudert wird, könnten zartbesaitete Gemüter etwas aufrütteln. Für die Spezial-Effekte war Germano Natali verantwortlich, und der hat sowohl für Fulci als auch Argento gearbeitet. Die Story ist etwas sperrig, teils verwirrend und manche Szenen wirken sprunghaft, aber da hier ohnehin mit Visionen und Übersinnlichem gearbeitet wird, fällt das nicht groß negativ auf. Etwas traumartiges liegt über der ganzen Inszenierung, was dem italophilen Zuschauer ohnehin nicht fremd vorkommen dürfte, und stören sollte es ihn schon gar nicht. Das einzige größere Problem, was der Film hat, sind seine enorm unsympathischen Figuren. Dem damals erst 15-jährigen Renato Cestié (DIE TODESSCHLUCHT DER WILDEN WÖLFE, 1974) als Mark kann man keinen großen Vorwurf für seine hölzerne Art machen. Allerdings hatte er vor diesem Film schon zahlreiche andere Auftritte. Aber hier spielt er einen blinden Jungen, und das schränkt natürlich etwas ein. Rena Niehaus (LA ORCA, 1977) als Marks Schwester Christine ist reserviert, schlecht gelaunt und scheint wie Mark nur einen Gesichtsausdruck zu haben. Noch mehr schlechte Laune kommt mit Fabio Gamma (DER KATER LÄSST DAS MAUSERN NICHT, 1977) als Künstler Giorgio. Immerhin ist auf José Quaglio (MALASTRANA, 1971) als Pater Stefani Verlass, denn der verbreitet immer etwas Mysteriöses.

DIE WIEGE DES TEUFELS ist ein sehr atmosphärischer Okkult-Horrorfilm mit morbiden, teils drastischen Effekten und einer schönen Venedig-Kulisse, der aber Probleme mit seiner Erzählstruktur und noch mehr mit den Darstellern hat. Sehenswert ist er auf jeden Fall, wenn man auf seine Zutaten steht.

(Bjoern Candidus)

←The Hassled Hooker, 1972 – ★★★★
The Last Killer, 1967 – ★★½→

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