ZONING (Deutschland, 1986, Regie: Ulrich Krenkler)
Ozzy und Rainer nisten sich in einem hoch modernen Wolkenkratzer ein, in dem nicht nur Firmen und Geschäfte, sondern auch Privatwohnungen ihren Platz haben. Durch die damaligen Baupläne wissen die beiden Herren nämlich ganz genau, wo versteckte Zwischenräume, Luftschächte und tote Winkel zu finden sind. Von ihren Verstecken aus gehen sie auf Raubzug. Doch es dauert nicht lange, bis ihnen jemand auf den Fersen liegt.
(*Begriffserklärung: Das Zoning ist ein städtebauliches Gesetz aus Amerika. Es bestimmt beim Bau von Wolkenkratzern folgende Begrenzung: je höher die Wolkenkratzer werden, desto weiter müssen Sie von der Straße entfern errichtet werden, damit andere Gebäude nicht im Schatten von ihnen ertrinken.)
ZONING ist ein in kalten, stylischen Bildern eingefangener Hochhaus-Thriller, den Regisseur Ulrich Krenkler vor allem als Fingerzeig auf das entmenschlichte Leben in Großstädten versteht. Diesen Punkt hätte er sicherlich besser ausarbeiten können, dennoch ist ihm eine Sache besonders gelungen: Darsteller zusammenzubringen, die die sehr unsympathischen Figuren mit Kälte ausfüllen. Nicht, dass sie das schauspielerisch besonders gut umsetzen würden, aber dennoch sind Norbert Lamla, Hubertus Gertzen, Rainer Frieb, Dieter Meier, Veronika Wolff und Eleonore Weisgerber hier richtig aufgehoben. Ihre Kälte und Steifheit passt letztlich. Viel verliebter ist man in die futuristische, sterile Ästhetik der Gebäude aus Beton, Stahl und Glas; man nimmt sich Zeit für die Architektur in Blau, Gelb und Grau, die von Neonlicht durchzogen wird. Das ist alles schön, könnte allerdings noch schöner sein, denn die Kamerarbeit, bzw. die Bildgestaltung ist nicht sonderlich ansprechend. Die Außenaufnahmen des Gebäudekomplexes entstanden in Chicago, während der Rest in München gedreht wurde. Action sollte man hier nicht wirklich erwarteten. Die meiste Bewegung kommt durch den Score der wunderbaren deutschen Formation Tangerine Dream auf, die einen in der Filmwelt nie hängenlässt. Hier unterstützen sie die Inszenierung, wenn diese gerade ins Stocken gerät.
ZONING kämpft mit Längen, lässt keine Sympathie zu seinen Figuren zu, aber ist ein lobenswerter Versuch, die aufkommende Kälte, Isolation und Entmenschlichung der 1980er-Jahre einzufangen und in einen spannungsarmen Thriller zu packen. Kann man sich durchaus angucken, aber der ähnlich gelagerte ABWÄRTS (1984) von Carl Schenkel ist um ein vielfaches Größer. Aber es ging auch nicht um einen Vergleich.
(Bjoern Candidus)
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