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The Black Cat, 1981 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

THE BLACK CAT
(IL GATTO NERO, Italien, 1981, Regie: Lucio Fulci)

In einem kleinen idyllischen Dorf auf dem Land kommt es in kurzer Zeit zu einer Reihe ominöser Todesfälle. Der ansässige Sergeant Wilson und Inspector Gorley von Scotland Yard ermitteln. Hilfe bekommen sie von der jungen Fotografin Jill Trevers, die in der Gegend als Touristin unterwegs ist. In einer Gruft stößt sie auf ein Mikrofon, was sie zu Professor Miles führt, der angeblich Kontakt zu Verstorbenen aufbauen kann. An seiner Seite ist ein schwarzer Kater, der eine ganz besondere Verbindung zu Professor Miles hat und möglicherweise auch im Zusammenhang mit den Unfällen stehen könnte.

Es ist etwas sonderbar, dass THE BLACK CAT so wenig Beachtung im Werke von Lucio Fulci erfährt. Gedreht wurde der Film zwischen EIN ZOMBIE HING AM GLOCKENSEIL (1980) und GEISTERSTADT DER ZOMBIES (1981). Abgesehen von Italien, wo der Film am 4. April 1981 seine Kino-Premiere feierte, kam er in anderen Ländern entweder gar nicht oder erst ein paar Jahre später in die Kinos. In Deutschland feierte der Film erst im Oktober 2001 seine Premiere, und zwar direkt auf DVD. Auch wenn THE BLACK CAT ein paar blutige Momente bietet, ist er natürlich weitaus handzahmer, als die anderen Produktionen Fulcis zu dieser Zeit. An einer düsteren Atmosphäre mangelt es zwar nicht, aber sie ist eine andere. Der Handlungsort ist das Erste, was einem ins Auge sticht, denn das beschauliche Hamblenden in Buckinghamshire in England verströmt die Atmosphäre einer Hammer-, Amicus- oder Tigon-Produktion, aber keine italienische unter der Regie von Lucio Fulci. Und genau darin liegt die Stärke, denn Fulci scheint sich dort wohl zu fühlen und bringt so frischen Wind in seine Filmografie. Fotografiert wurde THE BLACK CAT von Sergio Salvati, mit dem Fulci bereits Hervorragendes vollbracht hat. Der schwarze Kater, der schon in der Titel-Sequenz seine Schönheit und Eleganz präsentieren darf, in dem er über die Dächer des Dorfes läuft, ist ein Hingucker, der sich nie abnutzt. Hin und wieder darf man das Geschehen auch aus seiner Perspektive beobachten. Aber bei dem Titelheld soll es natürlich nicht bleiben. Mimsey Farmer gerät als Jill mal wieder in Schwierigkeiten, während Patrick Magee erneut für Unwohlsein sorgt. Neben den beiden ist auch David Warbeck, Al Cliver, Bruno Corazzari und Dagmar Lassander am Start, die das vertraute Italo-Kino einmal in England aufführen.

Fulci (und Biagio Proietti) kombiniert Momente von Edgar Allan Poes Geschichte (Veröffentlicht 1843) mit einer eigenen, die mit übersinnlichen Elementen angereichert wurde. Von Poe bleibt zwar nicht viel hängen, aber es reicht, um die Vorlage zu erkennen. Der Aspekt des Übersinnlichen passt natürlich zu Fulcis sogenannter „Gates of Hell Trilogie“, aber hier geht Fulci etwas bodenständiger heran, fährt seine Traumlogik zurück und tendiert mehr in Richtung Krimi, was gut zur englischen Landkulisse mit Backsteinhäusern und nebeligen Friedhöfen passt. Abgerundet wird das Ganze von einem Score von Pino Donaggio, der besonders zur Titel-Sequenz mit dem schwarzen Kater harmoniert.

Auch wenn THE BLACK CAT nicht die bluttriefenden und verwurmten Alptraumwelten des 80er-Jahre-Fulcis bietet, darf man hier einen spannenden Horrorfilm erwarten, der einen ganz eigenen Reiz mit sich bringt.

(Bjoern Candidus)

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