KATAKOMBEN DES GRAUENS
(ATTACK OF THE GIANT LEECHES, USA, 1959, Regie: Bernard L. Kowalski)
Mitten im Dickicht von Florida werden Menschen von irgendwas in die Sümpfe gezogen, ohne wieder aufzutauchen. Wie sich herausstellt, haben sich riesige Blutegel in einer Grotte eingenistet, die ihre Opfer langsam aussaugen. Wildhüter Steve wird auf den Plan gerufen…
Diese Blutegel tischt hier Regisseur Bernard L. Kowalski (DAS GRAUEN KAM UM MITTERNACHT, 1958) für die Produzenten Gene und Roger Corman auf. Mit wenigen Mittel wird eine gemütliche Gruselatmosphäre aufgebaut, die durch das Florida-Setting (es ist nicht Florida) gut unterstrichen wird. Die Blutegel (Menschen im Kostüm) sind lange Zeit nur rudimentär zu sehen, zeigen sich aber im letzten Drittel in ihrer vollen Pracht. Die Bewegungen sind problematisch, aber ihr Äußeres wusste mir zu gefallen. Mit knapp 62 Minuten Spielzeit ist dieser Film sehr kurz und nimmt sich sogar die Zeit, noch eine kleines Beziehungs-Eifersucht-Drama mit einzuspinnen, was natürlich günstiger ist, als noch ein paar Monster-Effekte mehr zu kreieren. Dadurch gerät die eigentlich Handlung manchmal ins Stocken. Nichtsdestotrotz verliert der Film selten seinen 50er-Jahre-Monsterkino-Charme und bietet mit Ken Clark (FBI RUFT ISTANBUL, 1964 / DER RITT NACH ALAMO, 1964), Yvette Vickers (ANGRIFF DER 20-METER-FRAU, 1958) und Jan Shepard (TV-Serien: THE LONE RANGER / PERRY MASON) solide Darsteller, die allesamt Erfahrungen in der Film- und Fernsehbranche sammelten.
Wer auf günstig produzierte Monster- und Tierhorrorfilme in Florida steht, sollte nicht nur bei William Grefé hereinschauen, der das echte Florida ab den 60er-Jahren beseelte, sondern kann sich ruhig mal dieses kleine Schwarzweißfilmchen geben.
KATAKOMBEN DES GRAUENS ist wahrlich kein Highlight des 50er-Jahre-Monsterkinos, hat aber als Randnotiz durchaus seine Berechtigung.
(Bjoern Candidus)
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