ANGST
(BLOODY BIRTHDAY, USA, 1981, Regie: Ed Hunt)
Während einer Sonnenfinsternis werden in einer kleinen Stadt drei Kinder zur gleichen Zeit geboren. Zehn Jahre später, im Jahre 1980, schalten die Kinder, kurz vor ihrem Geburtstag, wie aus heiterem Himmel in einen Killer-Modus und dezimieren die Nachbarschaft.
DEVIL TIMES FIVE (1974), DAS OMEN (1976), EIN KIND ZU TÖTEN… (1976), KINDER DES TODES (1980), KINDER DES ZORNS (1984)… Mörderische Kinder hatten in den 1970er- bis in die 1980er-Jahre Hochkonjunktur im Horrorfilm. Ob im Rahmen von teuflischen Mächten, radioaktiven Veränderungen oder ohne Begründung, hat man das schwächste Glied der Gesellschaft zum Killer erklärt.
Ed Hunt (DAS GEHIRN, 1988) hat es sich einfach gemacht und eine Sonnenfinsternis als Grund vorgeschoben. Ein bisschen Astrologie wird eingebaut, und das war es letztlich auch schon mit Erklärungen. Hunt zeigt in erster Linie eine Aneinanderreihung von Tötungen durch drei Kinder an Jungendlichen und Erwachsenen, die scheinbar aus purer Lust stattfinden. Dabei gehen die drei Kinder, ein Mädchen (Beverly) und zwei Jungen (Curtis und Steven), äußerst brutal und kaltblütig vor und können sich trotzdem nach außen hin als unschuldige Engel verkaufen. Menschen werden erdrosselt, erschlagen oder erschossen, und durch Kinderhände wirkt das Ganze besonders unangenehm. Außerdem hat man mit der Wahl der Kinder-Darsteller ein glückliches Händchen bewiesen. Julie Brown, Billy Jayne und Andrew Freeman spielen wirklich sehr gut; sie bringen die Lust des Tötens auf den Punkt. Insgesamt ist die Besetzung gelungen, und überall gibt es bekannte Gesichter zu sehen, wie Susan Strasberg, José Ferrer, Joe Penny und schweigend im Hintergrund: Michael Dudikoff. Für eine kleine, günstige Produktion hat man in Bezug auf die Besetzung alles richtig gemacht. Die recht derben Morde und die fähigen Darsteller, können die eigentlich flache Story fast völlig ausblenden. Letztlich ist ANGST ein Slasher, und er hält sich an einige Spielregeln des Subgenres, aber gleichzeitig ist durch die Wahl der Täter und ihr Vorgehen genug eigenes Potential vorhanden, um nicht wie eine Kopie von HALLOWEEN (1978) und Co aufzutreten. Mit Spannung hält sich Hunt etwas in Grenzen, was vor allem daran liegt, dass man die Täter kennt und immer weiß, was geplant ist. Dafür liefert er eine wohlige Atmosphäre ab, die noch sehr in den 70er-Jahren verankert ist.
ANGST ist ein gelungener, teilweise sehr garstiger Böse-Kinder-Horrorfilm, der leider etwas unter dem Radar kreist.
(Bjoern Candidus)
Schreibe einen Kommentar