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Conquest, 1983 – ★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

CONQUEST
(LA CONQUISTA, Italien, 1983, Regie: Lucio Fulci)

Der junge Ilias soll sich als Krieger behaupten und wird von seinem Vater auf das Festland geschickt. Dort trifft er Mace, einem mächtigen Krieger, der ihm von der bösartige Hexe Ocron erzählt, die das Land unterdrückt. Bewaffnet mit seinem Zauberbogen stellt sich Ilias gegen die blutrünstige Armee von Ocron.

STAR WARS (1977, 80, 83), DAWN OF THE DEAD (1978), ALIEN (1979), MAD MAX (1979), MAD MAX 2 (1981), KAMPF DER TITANEN (1981), CONAN – DER BARBAR (1982)… Ende der 70er bis Anfang der 80er-Jahre war mächtig was los im Phantastischen Kino, und die Kassen klingelten. Die Sterne standen gut am Himmel, und so kamen auch die Italiener mit Space-Operas, lebenden Toten, Aliens, wüsten Endzeitdystopien und Barbaren um die Ecke. CONQUEST ist einer dieser Filme.

Da sich in Lucio Fulcis Filmografie sämtliche Genre-Vertreter auffinden, ist das Betreten einer Fantasywelt erst mal nicht groß verwunderlich. Trotz simpler Story weiß Fulci zu unterhalten. Haben sich die Augen erst mal an den Nebel gewöhnt, der hier unentwegt im Bilde hängt, kann man sich auf knapp 90 Minuten heroisches Geschwafel, halbgare Kämpfe, werwolfartige Kreaturen, Spinnweben überzogene Jammer-Mumien, hilfsbereite Delfine und auf das nackte Fleisch einer Hexe freuen. Dazu werden Menschen in Stücke gerissen, Schädel zertrümmert und Laserpfeile mittels Zauberbogen abgeschossen. Im Gewaltbereich ist Fulci hier klar auszumachen, und auch die mystische Atmosphäre, die ein Großteil des Filmes ausmacht, ist nicht untypisch für den Italiener. Aber das Handwerkliche hinkt deutlich im Vergleich zu seinen Großtaten. Filme wie AM ANFANG WAR DAS FEUER (1979), KAMPF DER TITANEN und CONAN sind inhaltlich und optisch klar zu erkennen, nur nicht deren Qualitäten. Die gezeichneten, auf das Bild gelegten Pfeile, die von blauen Lichteffekten und Laserabschussgeräuschen begleitet werden, sehen ziemlich billig aus, auch für damalige Verhältnisse. Dafür sind die Kostüme und die gesamte Ausstattung recht ansehnlich. Weniger überzeugend ist die Besetzung. Andrea Occhipinti spielt Ilias, der ein ziemlich schmales Hemd ist und nicht gerade mit Charisma überzeugt. Mehr Muskeln liefert sein Gefährte Mace, der von Jorge Rivero dargestellt wird. Leider mangelt es auch ihm an Ausstrahlung. Zu Sabrina Siani als Hexe Ocron kann nicht viel gesagt werden. Sie trägt permanent eine Maske und zeigt ihre nackten Brüste, während sie sich aufspielt.

Ob auf dem Land oder auf dem Wasser, die Natur von Sardinien wird zwar durch den Einsatz von Weichfiltern und Kunstnebel etwas unterdrückt, sorgt aber noch für genug Größe, um zumindest im Ansatz das Gefühl eines epischen Fantasyfilms zu erzeugen. Untermalt wird das Abenteuer von Claudio Simonetti, dessen Klänge hier sonderbar esoterisch und einlullend klingen.

CONQUEST hat gute Ansätze, verbreitet eine dichte Atmosphäre, stolpert aber immer wieder im darstellerischen und technischen Bereich und entfaltet insgesamt nicht die Kraft, die man von einem Lucio Fulci erwartet.

(Bjoern Candidus)

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