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Super Dark Times, 2017 – ★★★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

SUPER DARK TIMES
(USA, 2017, Regie: Kevin Philips)

Irgendwo in einem verschlafenen US-Nest in den 1990er-Jahren: Vier Teenager, Zach, Josh, Daryl und Charlie, langweilen sich. Als sie auf das Samuraischwert des Bruders von Josh stoßen, passiert ein Unfall mit Todesfolge. Daryl stirbt dabei. Statt den Unfall zu melden, beschließen sie die Leiche zu verstecken und die Sache zu verschweigen. Nicht ohne Folgen, denn das Ereignis verändert fortan ihr Leben.

Regie-Debütant Kevin Philips hat hier ein bedrückendes Independent-Teenager-Thriller-Drama abgeliefert, was anfangs etwas an eine düstere Version von STAND BY ME (1986) erinnert und sich dann in Richtung ACOLYTES (2008) bewegt. Philips folgt der angesagten Retro-Welle, ohne aufdringlich zu sein. Statt in die 80er-Jahre zu driften, geht es in die 90er-Jahre. Allerdings hämmert er einem nicht permanent mit dem Hammer auf den Kopf, um zu zeigen, welches Jahrzehnt er verarbeiten will; ein Discman auf dem Schoß und ein Bill Clinton im TV zu zeigen, reicht völlig aus.

SUPER DARK TIMES ist atmosphärisch dicht, spannend inszeniert und fokussiert sich auf die Figuren und ihre Entwicklung. Besonders die Jungdarsteller sind durch die Bank gut besetzt und tragen die Story. Owen Campbell als Zach und Charlie Tahan als Josh sind fähig, ihren Figuren das nötige Leben einzuhauchen.

Bei SUPER DARK TIMES zeigt sich wieder, zu welchen Höhenflügen Independent-Produktionen in der Lage sind. Solche Filme machen einem bewusst, was sich oft für ein oberflächlicher Müll in den heutigen Kino-Charts bewegt. Filmen wie dieser können sich leider nur auf dem Streaming- oder Home-Video-Markt behaupten, was sie leider schnell untergehen lässt.

SUPER DARK TIMES ist ein düsteres Coming-of-Age-Thriller-Drama. Der etwas nervige STAND-BY-ME-Anfang ist schnell vergessen, wenn es zu einem folgenschweren Unfall kommt und der Film seinen eigenen Ton annimmt.

(Bjoern Candidus)

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