DAS OMEN
(THE OMEN, GB, USA, 1976, Regie: Richard Donner)
Als das Kind des US-Botschafters Robert Thorn in Rom bei der Geburt stirbt, bekommt er die Möglichkeit, sich eines anderen Babys anzunehmen, dessen Mutter ebenfalls bei der Geburt starb. Er geht den Tausch ein, ohne seiner Frau Katherine davon zu erzählen, die nichts von dem Tod ihres Babys wusste.
Fünf Jahre später wird Robert Thron US Botschafter in Großbritannien, wo er fortan mit seiner Frau und „seinem“ Sohn Damien lebt und arbeitet. Doch das neue Glück der Familie hält nicht lange an, denn an Damien sechstem Geburtstag kommt es zu einem schrecklichen Selbstmord seines Kindermädchens. Dann wird Robert Thron von einem mysteriösen Priester aufgesucht, der davon berichtet, dass Damien der Sohn des Teufels sei und seine Frau in höchster Gefahr schwebe. Thorn schenkt dem Ganzen kein Glauben, bis sich ein weiteres Ereignis zuträgt.
Nachdem der Teufel Warner durch DER EXORZIST (1973) viel Geld brachte, holte sich Fox den Herrn der Fliegen ins Haus, um mit seinem Sohn das Publikum anzuziehen. Die Rechnung ging auf, DAS OMEN wurde zu einem Kassenschlager, der Fortsetzungen und weitere, ähnlich gelagerte Filme nach sich zog.
Richard Donner hat hier eine Story und Drehbuch von David Seltzer umgesetzt und damit den teuflischen Mächten frischen Wind eingehaucht. Böse Kinder waren 1976 zwar nichts mehr Neues im Kino, aber Harvey Stephens bringt als gerade mal sechsjähriger Damien eine enorm beängstigende Aura mit, ohne viel zu tun, er muss nur gucken. Die gezielten Schockeffekte, die hier eingesetzt werden und Filme wie FINAL DESTINATION (2000) vorwegnehmen, sind meisterlich inszeniert und haben sich bis heute festgebrannt. Ein Blitzableiter durchbohrt einen Körper, eine Glasscheibe enthauptet einen. Die Mächte des Bösen brauchen keine Hände, um hier zu agieren. Die tödlichen Unfälle, die die Gegner des Bösen ereilen sind nicht nur Highlights des Films, sondern des Genres. Aber Donner verlässt sich nicht nur auf Schocks, sondern liefert auch eine spannende Story mit vielen abwechslungsreichen Schauplätzen und einer enorm dichten Atmosphäre. Alles ist stimmig und vor allem stimmungsvoll. Die Präsenz des Teufels ist allgegenwärtig. Ein wichtiges Element für die enorme Wirkung, die der Film entfacht, ist die Besetzung. Gregory Peck als skeptischer Robert Thorn, Lee Remick als seine Frau, David Warner als Pressefotograf Jennings, Patrick Troughton als mysteriöser Priester Brennan, Leo McKern als helfender Carl Bugenhagen und Billie Whitelaw als diabolische Mrs. Baylock sind allesamt überzeugend in erinnerungswürdigen Rollen. Alles ist perfekt abgestimmt, ohne dabei steif oder dröge zu wirken. Ein weiteres, sehr markantes Element, was den Film noch mehr erhöht, ist der Score von Jerry Goldsmith, der sich erneut als ein Meister der Filmmusik zeigt. Die unheimlichen Gesänge gehen durch Mark und Bein und heizen das Geschehen an oder wiegen einen in eine trügerische Sicherheit. Es herrscht ein perfekter Einklang zwischen der Musik und den Bildern. Der Film sieht phantastisch aus. Gilbert Taylor, der kurz darauf für KRIEG DER STERNE (1977) hinter der Kamera stand, liefert große Bilder und schafft es die unheilschwangere Atmosphäre wie ein Teppich über alle Schauplätze zu legen, die hier aufgesucht werden.
Prickelnde Spannung, eine düstere Atmosphäre, treffsichere Schocks, ein gigantischer Score und eine wunderbare Besetzung machen DAS OMEN zu einem Horrorfilm in reinster Form, der zu Recht zu den großen Klassikern des Genres zählt.
(Bjoern Candidus)
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