DIE SPUR DES FREMDEN
(THE STRANGER, USA, 1946, Regie: Orson Wells)
Tiefe Schattenwürfe in den Gesichtern und Silhouetten an den Fenstern stoßen einen in eine finstere Hafen-Welt, die recht schnell verlassen wird und in eine idyllische US-Kleinstadt von Connecticut führt, in der das Böse wohnt. Das Böse in Form von Professor Charles Rankin, der eigentlich Franz Kindler, ein Nazi-Verbrecher, der der Urheber von Kenzentrationslagern und Gaskammern ist. Doch man ist ihm auf der Spur. Mr. Wilson von der Kriegsverbrecherkommission ist neu in der Stadt. Gespannt ist er auf die Ankunft von Konrad Meinike, einem Vertrauten von Kindler. Meinike ist der, der die letzten Zweifel über Kindlers wahre Identität auflösen kann. Und dann ist da noch Mary, die den angeblichen Charles Rankin heiraten möchte.
Ein weiteres Mal beweist Orson Wells, dass er nicht nur ein hervorragender Regisseur, sondern auch ein starker Darsteller ist. In diesem sehr spannenden Film Noir – Krimi, der der Idee von Victor Trivas entsprungen ist, steht die Stimmung bereits von Beginn an auf düster und beklemmend. Wells spielt eindringlich und weiß stets sein Charisma einzusetzen. An seiner Seite ist Loretta Young als Mary Longstreet. Sein Gegenspieler, Mr. Wilson, wird dargestellt von Edward G. Robinson (SOYLENT GREEN, 1973). Eine tolle Besetzung. Zudem wirkt die ganze Inszenierung sehr modern und ist verspielt Fotografiert. Auch wenn man als Zuschauer schnell mit dem Geheimnis um Rankin, bzw. Kindler konfrontiert wird, bleibt es bis zum Schluss spannend.
DIE SPUR DES FREMDEN ist ein packender Krimi, der vor und hinter der Kamera überzeugt, und das auch nach fast 80 Jahren.
(Bjoern Candidus)
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