AUSFLUG IN DAS GRAUEN
(DON‘T GO IN THE WOODS, USA, 1981, Regie: James Bryan)
Die Story von AUSFLUG IN DAS GRAUEN ist schnell erzählt: Eine Gruppe jugendlicher, die einen Ausflug in die Wälder irgendwo in Utha unternehmen, werden von einem Irren gejagt und getötet. Und das war es auch schon, was James Bryan in seiner 1-Dollar-JUST BEFORE DAWN (1981) Version erzählt. Interessanterweise kam Jeff Liebermans Wald & Wiesen-Horror-Slasher im gleichen Monat (November 1981) eine Woche nach diesem Film in die US-Kinos. Doch wo man bei JUST BEFORE DAWN wirklich spannende und atmosphärisch sehr dichte Momente erleben darf, verkommt Bryans Film zu einer Splatter-Party auf niedrigstem Niveau, und die kann zumindest auf ihre dümmliche Art unterhalten. Eine wahre Freude sind die hervorragend im nichts können geschulten Darsteller. Wenn sie überhaupt mit irgendwas überzeugen können, dann mit ihren dummen Blicken. Neben idiotischen Jugendlichen, einem schrulligen Camperpaar und zwei hirnverbrannten Cops, gibt es natürlich noch den Killer. Den Wüterich darf man sich als Mischung aus dem Räuber Hotzenplotz und einem degenerierten Reinhold Messner vorstellen, und der schlitzt hier vergnüglich durch die Abenteurer. Und ja, der Film ist recht blutig und grobschlächtig inszeniert. Menschen werden abgestochen, eine Kehle wird aufgeschlitzt und eine Bärenfalle wird äußerst Effektiv gegen eins der dümmlichen Gesichter eingesetzt. Und auch hier gibt es einen Mord in einem Schlafsack, der allerdings weniger ikonisch inszeniert wurde als in FREITAG DER 13. TEIL 7 (1988).
Das Einzige, was hier ausgezeichnet funktioniert, ist die berauschende Natur von Utha. Saftige Wälder, hohe Berge, tolle Felsformationen, mächtige Wasserfälle und Flüsse prägen das Bild, aber dafür kann James Bryan auch nichts. Hier ist der falsche Mann am richtig Platz. Der teils fast avantgardistisch anmutende Score von H. Kingsley Thurber pendelt zwischen hörbar und unhörbar hin und her.
AUSFLUG IN DAS GRAUEN ist ein spannungsloser, ziemlich armseliger Wald & Wiesen-Slasher, der sich mit Gore und seinem Schauplatz über Wasser halten kann. Irgendwie kann ich James Bryan dafür nicht böse sein.
(Bjoern Candidus)
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