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The Vampire and the Ballerina, 1960 – ★★★

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

DIE GELIEBTE DES VAMPIRS
(L’AMANTE DEL VAMPIRO, Italien, 1960, Regie: Renato Polselli) 

Eine Gruppe junger Tänzerinnen studiert in einem Haus auf dem Land eine neue Performance. Unweit ihrer Unterkunft ist auch ein Schloss der Gräfin Alda, die ein blutdurstiges Geheimnis hat. Da kommen ihr und ihrem Handlanger die tanzenden Damen gerade recht. 

Nachdem mit DER VAMPIR VON NOTRE DAME von Ricardo Freda (Regie) und Mario Bava (Kamera) das italienische Gothic-Horrorkino zu blühen anfing und Terence Fishers DRACULA (1958) für die Hammer-Studios großen Erfolg feierte, sollte die Vampir-Thematik weiter ausgedehnt werden. Und so entwickelte Ernesto Gastaldi, Renato Polselli und Giuseppe Pellegrini die Geschichte und das Drehbuch zu DIE GELIEBTE DES VAMPIRS. Regie führte Renato Polselli, dem Giallo-Freunde durch den verstrahlten DAS GRAUEN KOMMT NACHTS (1972) in bester Erinnerung sein dürften. 

Der Film begrüßt einen mit den gespenstischen Klängen eines 
Theremin und zeigt zu den Credits ein stimmungsvolles Gemälde einer Frau in Ketten. Durch das Schwarzweiß wird der Gruselfaktor zusätzlich verstärkt und sollte so den Freund des Gothic-Horrors sofort ansprechen. Schnell macht der Film aber klar, dass er moderner ist, als man meinen könnte, denn er ist in der damaligen Jetztzeit angesiedelt. Das bäuerliche Ambiente und das finstere Schloss stehen immer wieder im Kontrast zu den jungen Damen, die in einer abgelegenen Tanzschule die Beine schwingen und das städtische Leben mit in die Pampa bringen. Im Grunde funktioniert die Kombination. Sie ist frisch, modern und versteht es gleichzeitig klassisch. Dabei werden auch die obligatorischen Grusel-Zutaten wie gespenstische Bäume, Schatten, Sturm und Gewitter benutzt. Die Fotografie von Angelo Baistrocchi ist solide und wirkt besonders stimmig in den düsteren Momenten. Zudem gibt es immer wieder tolle Perspektiven zu bewundern. Und da all das nur schwer ohne Figuren funktioniert, gibt es direkt eine ganze Wagenladung davon. Abgesehen von der ominösen Gräfin Alda (María Luisa Rolando), die natürlich einiges auf dem Kerbholz hat und einen sadistischen und monströsen Handlanger (Walter Brandi) zur Seite hat, der stets frisches Blut braucht, gibt es zahlreiche junge Damen zum Aussaugen, die auch von männlichen Nicht-Vampiren beäugt werden. Und so mischen sich Liebesgeschichten, Eifersuchtsdramen und erotische Liebeleien in einen Gothic-Vampirfilm mit Krimi-Elementen, der alt- wie neumodisch daherkommt. Die Inszenieren weist aber auch kleine Schwächen auf. Es gibt ein paar unnötige Längen, durch die hin und wieder die Atmosphäre unterbrochen wird; und manchmal beißt sich der eigentlich sehr gute und abwechslungsreiche Score von Aldo Piga, wenn zu spannenden Szenen einfach Swing-Jazz benutzt wird. 

DIE GELIEBTE DES VAMPIRS ist eine facettenreiche Mischung, die machmal etwas unausgegoren daherkommt, aber unter dem Strich stimmungsvolle Gothic-Horror-Unterhaltung bietet. Die Ähnlichkeiten zu Mario Bavas Meisterstück DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT, was drei Monate später in die italienischen Kinos kam, ist durchaus interessant. Die Qualitäten eines Mario Bavas erreicht Polselli allerdings nicht.  

(Bjoern Candidus)

←Lust of the Vampire, 1957 – ★★★★½
Delirium: Photo of Gioia, 1987 – ★★½→

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