MÄDCHEN, MÄDCHEN
(Deutschland, 1967, Regie: Roger Fritz)
Dem Debütfilm von Regisseur Roger Fritz (MÄDCHEN MIT GEWALT, 1970), der zusammen mit Eckhart Schmidt (DER FAN, 1982) das Drehbuch verfasste, darf man eine gewisse Inhaltslosigkeit vorwerfen. Eigentlich geht es nur um die siebzehnjährige Angela, die aus einer Erziehungsanstalt entlassen wurde. Sie hatte Sex mit einem wesentlich älteren Mann, der nun für einige Monate im Gefängnis absitzen muss. Doch da gibt es noch den Sohn, der in der Zeit die Zementfabrik des Vaters leitet und von Angela ganz angetan ist.
Während andere Regisseure jetzt die Moralkeule geschwungen hätten, geht Roger Fritz ganz anders vor und lässt vor allem die Bilder wirken, und das hervorragend. Die kalten Schwarzweißbilder sind stimmig und verspielt fotografiert. Es gibt schöne Aufnahmen von Sprengungen in einem Steinbruch, atmosphärische Aufnahmen einer Fabrik und dem nahegelegenen Waldgebiet. Dazu liefert Fritz Eindrücke in das Partyleben junger Menschen in Deutschland der 60er-Jahre, inklusive passendem Soundtrack. Auch die tolle Besetzung mit Helga Anders, Jürgen Jung, Hellmut Lange und Klaus Löwitsch kann sich sehen lassen.
Mit MÄDCHEN, MÄDCHEN hat Roger Fritz die damalige Gegenwart glänzend für die Nachwelt verewigt. Auch wenn inhaltlich nicht viel mitschwingt, hat man es mit einem ansprechenden Relikt deutscher Kinogeschichte zu tun.
(Bjoern Candidus)
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