SHAKKA
(SANGUE NEGLI ABISSI, Italien, USA, 1989, Regie: Raffaele Donato, Joe D‘Amato)
Nachdem ein junger Taucher von einem Hai getötet wurde, der einen kleines US-Küstenort terrorisiert, schwören seine drei Freunde Rache an dem Hai zu nehmen, der die Wiedergeburt des Meeresgottes Shakka darstellt.
Italo-Legende Joe D‘Amato und sein Filmproduktionshaus Filmirage springt hier auf die Haifilm-Erfolgswelle auf, die Steven Spielberg 1975 mit JAWS ausgelöst hat. Zwischen 1975 und 1995 wurden zahlreiche Hai-Horrorfilme gedreht, wie z.B. der sehr unterhaltsame DER WEISSE KILLER von Enzo G. Castellari aus dem Jahre 1981, der im Vergleich zu SHAKKA fast wie ein Meisterwerk daherkommt.
SHAKKA konnte mich leider nicht begeistern. Obwohl der Film recht interessant anfängt und gleich eine andere Richtung einschlägt, die mehr von Spielberg abweicht als es Castellari versucht hat, hielt das Interesse nicht lange an. Der Legende nach stammt diese Anfangsszene sogar von Raffaele Donato, bevor D‘Amato das Regie-Ruder übernahm. Wie auch immer es war, der Anfang mit den Kindern und dem mysteriösen Deppen mit dem hölzernen Fetisch, erweckte meine Aufmerksamkeit, die leider schnell verloren ging.
Obwohl sich der Film mit einigen netten und auch handwerklich durchaus soliden Aufnahmen schmückt, dümpelt man fast nur im Meer der Langweile herum. Die typische Besetzung mit jungen Leuten, die geradewegs aus einem 08/15-Slasher hätten stammen könnten, sind gar nicht das Schlimmste. Mein Problem war einfach das mangelnde Tempo, die minimalen Schauerte und das Ausbleiben von Spannung. Die wenigen Hai-Momente wurden fast ausschließlich aus Dokumentationsfilmen gefischt. Gegen Ende bedient man sich sogar bei Castellaris Film, meine ich. Das eigens geschaffene Hai-Modell, was hier auch mal kurz auftauchen darf, ist kaum der Rede wert.
SHAKKA startet vielversprechend, stürzt dann aber rasch in langweilige Gewässer, bevor er vollends darin ertrinkt.
(Bjoern Candidus)
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