DIE TÖCHTER DES SATANS
(DAUGHTERS OF SATAN, Philippinen, USA, 1972, Regie: Hollingsworth Morse)
In Manila entdeck der Kunsthändler James Robertson ein über 350 Jahre altes Gemälde, was eine Hexenverbrennung darstellt. Er ist fasziniert und erschreckt zugleich, zeigt doch eine der drei Hexen eine frappierende Ähnlichkeit mit seiner Frau Christine. Er kauft das Gemälde und entfesselt damit einen Fluch.
Nach einer Teufels-Ritual-Eröffnungs-Szene, die Ende des 16. Jahrhunderts angesiedelt ist und einem direkt ins Gesicht schlägt, dass es sich hier um einen B-Film der weniger qualitativen Sorte handelt, geht es ins 20. Jahrhundert, wo einem direkt Tom Selleck in einem roten Cabrio entgegenfährt und Manila, die Hauptstadt der Philippinen durchfährt.
Tom Selleck in einem Horrorfilm zu sehen, erschien mir durchaus interessant, obwohl ich mit ihm als Darsteller nicht viel anfangen kann. Aber hier war es das Genre und das Hexen-Thema was mein Interesse weckte. Leider sind DIE TÖCHTER DES SATANS nur dafür gut, einen sanft in den Schlaf zu wiegen, denn Hollingsworth Morses Inszenierung ist unglaublich langweilig und ereignislos, dass ich nur mit Mühe und Not die Augen aufhalten konnte. Tom Selleck kann als Kunsthändler James Robertson auch nichts reißen. Gleiches gilt für Barra Grant als Christine Robertson und den Rest der Besetzung. Alle erscheinen irgendwie unpassend.
Würde der Film wenigstens so schräg bleiben wie er startet, aber nein, er schaltet in den Ödnismodus, wo das Geschehen bis zum Abspann verweilt. Keine Spannung, keine Atmosphäre, nichts, was einen packt, außer die Frage, wie man mit allem nur so daneben liegen kann. Die Hexen-Reinkarnations-Geschichte ist auch für 1972 nicht mehr neu; davor und danach gab es wahrlich Besseres zu dem Thema. Das Einzige, was sich positiv absetzt, ist der Schauplatz. Manila in einem Hexen-Horrorfilm zu zeigen, fällt aus dem Rahmen. Leider sieht man nicht allzu viel von Manila oder der Umgebung und wenn, gibt es nichts, um sich daran zu laben.
Um DIE TÖCHTER DES SATANS sollte man einen Umweg machen, wenn man nicht vom Schlafzauber getroffen werden möchte.
(Bjoern Candidus)
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