MOTEL-MASSAKER
(MOUNTAINTOP MOTEL MASSACRE, USA, 1983, Regie: Jim McCullough Sr.)
Die geistig umnachtete Evelyn wird aus der Psychiatrie entlassen. Sie möchte ein neues Leben führen und beschließt mit ihrer Tochter Lori das abseits gelegene Mountaintop Motel zu führen. Doch schnell beginnt es zwischen den beiden zu kriseln. Bei einem Streit verletzt Evelyn ihre Tochter tödlich, was dazu führt, dass Evelyn vollends überschnappt und ihre Motel-Gäste dezimiert.
Jim McCullough Sr. (AURORA – DER BESUCHER AUS DEM ALL, 1986) liefert mit MOTEL-MASSAKER einen sehr dichten Backwood-Horror-Slasher, der sich zwar häufig genutzter Elemente bedient, sie aber sehr gekonnt und spannend präsentiert. Produzent war Jim McCullough Sr. selbst, dessen Film dann von Roger Cormans Firma New World Pictures gekauft und vertrieben wurde. Corman ließ es sich nicht nehmen, ein alternatives, blutigeres Ende zu drehen.
Der Ort des Geschehens: ein Grundstück mitten im Schoße der Natur, auf dem ein paar Holzhütten errichtet wurden, die als Motel dienen, funktioniert wunderbar und erweckt angenehme Erinnerungen an FREITAG DER 13. (1980). Das Motel und Anna Chappell als übergeschnappte Evelyn bringen natürlich auch PSYCHO (1960) in Erinnerung. Unter den Hütten ist ein Tunnelsystem, was die Hütten miteinander verbindet und so Evelyn das Morden einfacher ermöglicht. Das klaustrophobische Setting, die morbide Ausstattung, die etwas an THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974) und EATEN ALIVE (1977) von Tobe Hooper erinnert, Regen und Gewitter und der unheimliche Score von Ron Di Julio sorgen für eine gruselige Atmosphäre.
Trotz der unheimlichen Grundstimmung kommt es auch manchmal zu leichten Ermüdungserscheinungen, und man hätte von den 95 Minuten gut die ein oder andere kappen können. Auch es ein paar Mord gibt, hält sich die Inszenierung im Gewalt-Sektor zurück.
Auch wenn MOTEL-MASSAKER mit kleinen Längen zu kämpfen hat, ist Jim McCullough Sr. unter dem Strich ein spannender, sehr dichter Backwood-Psycho-Horrorfilm gelungen, der definitiv eine Sichtung verdient hat.
(Bjoern Candidus)
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