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Werewolf in a Girls‘ Dormitory, 1961 – ★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

BEI VOLLMOND MORD
(LYCANTHROPUS, Italien, Österreich, 1961, Regie: Paolo Heusch)

Kurz nach dem Antritt Dr. Olcotts als der neue Biolehrer in einem Heim für schwer erziehbare Mädchen, kommt es zum Mord an Mary, deren Leiche man im Wald findet. Die Spuren deuten auf einen Wolf hin, und das Heulen in der Nacht unterstreicht die Annahme der Polizei. Doch als es zu einem weiteren Mord kommt, glaubt man, den Verdächtigen unter den Angestellten zu finden. 

Es ist nicht gerade so, dass es wenig Werwolffilme gibt, aber verglichen mit dem Vampirfilm ist dieses Subgenre des Horrorfilms recht übersichtlich. Vor allem die Italiener hatten keinen großen Hang zum Wolfsmenschen, aber dafür gab es ja die Spanier mit Paul Naschy. 

Zwanzig Jahre nach DER WOLFSMENSCH (1941) und sieben vor DIE VAMPIRE DES DR. DRACULA (1968), in dem Paul Naschy das erste Mal in die Rolle des Werwolfs Waldemar Daninsky schlüpfte, kam Regisseur Paolo Heusch (STOSSTRUPP INS JENSEITS, 1968) und Story- und Drehbuch-Autor Ernesto Gastaldi um die Ecke und kredenzten diesen Werwolf-Horrorfilm mit Krimi-Handlung. Gerade der Whodunit-Aspekt, der italienisch-österreichischen Koproduktion, bringt frischen Wind ins Thema. Ich mag die Kombination aus Horrorfilm und Krimi, und die Schwarzweißbilder verstärken hier die gruselige Stimmung, die ein bisschen an die dt. Edgar Wallace Filme erinnert, nur dass man sich den Humor gespart hat. Die Anstalt, innen wie außen, bringt eine ordentliche Gothic-Horror-Stimmung mit ins Geschehen, die mit den dichten Wald-Aufnahmen bei Nacht ihren Höhepunkt findet. Auch wenn die Intensität eines Ricardo Fredas oder Mario Bavas nicht erreicht wird, kann sich die Fotografie von Renato Del Frate zeigen. 

Etwas gewöhnungsbedürftig ist das Werwolf-Make-up. Es hat weniger von Lon Chaney jr., dafür mehr von einem Mr. Hyde und eine Spur von Jack Nicholson in WOLF (1994). Gut sieht es nicht aus, aber es verfehlt auch nicht die Wirkung. Mit Barabara Lass, Carl Schell, Curt Lowes und Luciano Pigozzi wurde der Film zudem gut Besetzt. Weniger gelungen ist der etwas eintönigen Score von Armando Trovajoli, der mich irgendwann genervt hat. 

BEI VOLLMOND MORD ist ein atmosphärischer Werwolf-Krimi aus der Frühphase des italienisch Horrorkinos, der vor allem durch seinen Grusel-Charme glänzt. 

(Bjoern Candidus)

←The Beasts Are on the Streets, 1978 – ★★★½
Mountaintop Motel Massacre, 1983 – ★★★→

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