MAD JAKE
(BLOOD SALVAGE, USA, 1990, Regie: Tucker Johnston)
Die auf einen Rollstuhl angewiesene April hat an einem Schönheitswettbewerb teilgenommen, den sie nicht gewonnen hat. Enttäuscht fährt sie mit ihrer Familie in einem Wohnmobil zurück. Auf einer entlegenen Straße in einem Waldgebiet geraten sie in die Fänge von Jake und seinen beiden kleingeistigen Söhne Hiram und Roy.
Tucker Johnston Debütfilm, der auch gleichzeitig sein vorletzter Film ist, präsentiert sich als eine Aneinanderreihung von vertrauten Themen und Ideen. Schon die Titel-Sequenz lässt ein gewisses Gespür für Horror erkennen, wenn man eine sonderbare Maschine sieht, die irgendetwas ausführt. Wofür die Maschine gut ist, wird einem dann später offenbart. Doch vorher lernt man das bunte Treiben auf dem Grundstück von Jake kennen. Ein Schrottplatz, eine Müllpresse, ein versifftes Haus samt heruntergekommener Scheune und ein Alligator als Haustier erwecken sofortige Erinnerungen an die Hinterwäldlerwelten eines Tobe Hoopers. Besonders EATEN ALIVE (1976) und TEXAS CHAINSAW MASSACRE 2 (1986) blitzen immer wieder auf, natürlich ohne deren Stärke zu erreichen. MAD JAKE ist der kleine, hässliche Bruder eines Hoopers oder Cravens, dem man kaum böse sein kann, dass er seinen großen Brüdern nacheifert, denn das macht er zumindest auf unterhaltsame Art. Obwohl die Inszenierung keine wirklichen Qualitäten verrät, entfaltet das dreckige Ambiente dennoch so viel Atmosphäre, dass man sich als Backwoodhorror-Fan wohlfühlen kann, wenn man die Erwartungen nicht zu hoch setzt. Das Setting, irgendwo in den Wäldern von Georgia, ist jedenfalls ein ansehnlicher Schauplatz. Auch der Gore-Freund bekommt ein bisschen was zu sehen, und wenn es in den Bereich der Organtransplantation geht, wird es sogar ein bisschen ekelhaft. Eine kleine Überraschung darf man unter den Darstellern erleben, denn der legendäre John Saxon ist als Familienvater an Bord. Leider heißt das nichts. Saxon ist hier nicht mehr auf der Höhe seines Schaffens und verkommt etwas zur Nebensache. Der irre Jake wird von Danny Nelson (NIGHT SHADOWS, 1984) verkörpert, seine Söhne von Christian Hesler und Ralph Pruitt Vaughn. Und dann ist da noch Ray Walston (SKINNER, 1991) und eine Dame mit dem bizarren Namen Lori Birdsong (MUNCHIES, 1987), die die volle Aufmerksamkeit bekommt.
Ein Aushängeschild ist MAD JAKE wirklich nicht, aber als schnelle Backwoodhorrornummer für zwischendurch annehmbar.
(Bjoern Candidus)
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