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The Killer Reserved Nine Seats, 1974 – ★★½

THE KILLER RESERVED NINE SEATS
(L‘ASSASSINO HA RISERVATO NOVE POLTRONE, Italien, 1974, Regie: Giuseppe Bennati)

Patrick Davenant will mit seinen Verwandten und Freunden seinen Geburtstag in einem alten Theater feiern, was er geerbt hat. Doch schnell wird die Freude getrübt, als ein Balken von einer Bühne fällt und Patrick beinahe erschlägt. Patrick glaubt, dass jemand seiner Gäste hinter dem Anschlag steckt, was zu Misstrauen unter ihnen führt. Als einer die Party verlassen will, stellen die Gäste fest, dass man sie in dem Theater eingesperrt hat. Es dauert es nicht lange, bis es zu einem ersten Mord kommt.

Wie in Pete Walkers Früh-Slasher IM RAMPENLICHT DES BÖSEN (1972) und im 13 Jahre später entstandenen AQUARIUS – THEATER DES TODES (1987) ist auch hier ein Theater der Schauplatz der Geschichte. In diesem Fall ist es ein altes Theater, was mehr einer Festung gleicht und von Beginn an bereits bedrohlich auf die anreisende Party-Gesellschaft herabblickt. Aber auch im Inneren des längst verlassenen Theaters herrscht eine unheimliche Stimmung. Die vielen Gänge und Räume sind wie geschaffen für einen Giallo, um dort Menschen zu verfolgen. Mit dem Setting heimst Bennati schonmal den ersten Punkt ein. Wenig aufbauend ist die Besetzung, die zwar aus halbwegs soliden Darstellern (z.B. Chris Avram, Howard Ross) besteht, die aber allesamt unsympathische, griesgrämige oder selbstverliebte Figuren beseelen, die von Anfang an die Stimmung drücken. Es kommt zu vielen, vor allem toxischen Gesprächen, die THE KILLER RESERVED NINE SEATS leider immer wieder ausbremsen, und mit 104 Minuten ist Bennati deutlich zu großzügig im Zeitmanagement gewesen. Besonders die erste Hälfte zieht sich deutlich hin. Der Umschwung kommt mit der ersten Spur, wenn Patrick Davenant ein altes Bild zum Vorschein bringt, was beweisen soll, dass sich vor 100 Jahren bereits ein ähnliches Ereignis in dem Theater zugetragen haben soll. 

Wenn nicht gequatsch und gehasst wird, kommt es zwischendurch zu Sex-Szenen zwischen den zahlreichen Anwesenden oder zu Morden, die von einem geheimnisvollen Killer mit einer ekligen Menschengesicht-Maske mit Haaren ausgeführt werden, aber insgesamt kaum Eindruck hinterlassen. Gelungener ist die Fotografie und einige inszenatorische Tricks, die THE KILLER RESERVED NINE SEATS aufwerten. Besonders das Finale kann inhaltlich, aber vor allem visuell überzeugen. Schön anzuhören ist der Score von Carlo Savina. 

THE KILLER RESERVED NINE SEATS ist ein handwerklich ordentlicher Giallo, der vor allem durch sein atmosphärisches Theater-Setting funktioniert. Die zu lange Spielzeit, die man mit den negativen Figuren verbringen muss, trübt den Gesamteindruck etwas. 

(Bjoern Candidus)

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