Zum Inhalt springen
  • Episoden
  • Rezensionen
  • Über uns
  • Wo Ihr uns findet
  • Kontakt

And Soon the Darkness, 1970 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

TÖDLICHE FERIEN
(AND SOON THE DARKNESS, GB, 1970, Regie: Robert Fuest)

Die beiden Engländerinnen Jane und Cathy machen gemeinsam Urlaub. Mit dem Fahrrad fahren die Freundinnen durch die ländlichen Abstriche Nordfrankreichs. Als sie eine Pause einlegen, kommt es zu einem Streit zwischen den beiden Freundinnen, was Jane dazu veranlasst, alleine weiterzufahren, was sie alsbald bereuen wird. Cathy verschwindet spurlos, nur ihr Fahrrad mit gebrochen Speichen ist noch am Ort ihrer letzten Rast. Jane sucht Hilfe in dem nahegelegenen Dorf, um ihre Freundin wiederzufinden. 

Regisseur Robert Fuest (DAS SCHRECKENSKABINETT DES DR. PHIBES, 1971) hat mit TÖDLICHE FERIEN einen kleinen Ausblick auf das sommerliche Terrorkino der folgenden Jahre geliefert. Die sonnendurchfluteten Bilder einer abgelegenen Gegend, die erst mal nichts Böses zeigen, sondern nur Felder, Wälder und Alleen, erwecken Erinnerungen an TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974), was sich auch durch die ein oder andere Figur abzeichnet, die hier auftaucht. Es ist hier allerdings nicht im Ansatz so dreckig und klebrig wie in Hoopers Texas. Das Vorhaben, einen schönen Urlaub in der Sonne zu verbringen, blickt in Richtung EIN KIND ZU TÖTEN… (1976), wo, wie hier, auch die Fremdsprache zum Problem der Touristen wird. Im Originalton (wie auch in der dt. Synchronisation) wird das gesprochene Französisch nicht untertitelt, was dazu führt, dass derjenige, der kein Französisch kann, genauso kein Wort versteht wie Jane. Das erhöht die Authenzität, die hier ohnehin groß geschrieben wird.

Fuest und sein Kameramann Ian Wilson liefern nicht nur schöne Bilder in natürlichen Farben, sondern geben einem auch das Gefühl, man wäre mitten drin. Das Verhalten von Jane ist größtenteils nachvollziehbar, abgesehen davon ist Pamela Franklin gut besetzt. Sie nervt nicht, sie ist nicht unnötig panisch und bewahrt einen kühlen Kopf. Auch ihre Freundin Cathy, dargestellt von Michele Dotrice, ist sympathisch, scheidet aber recht früh aus dem Geschehen aus. Sehr überzeugend sind auch die Darsteller, die die verschrobenen Bewohner des Dorfes verkörpern. Sandor Elès, John Nettleton, Hanna Maria Pravda, Clare Kelly… Jeder passt perfekt in seine Rolle. Die Dorfbewohner sorgen jedenfalls gut dafür, dass Jane und der Zuschauer verunsichert wird, was eine weitere Stärke von TÖDLICHE FERIEN ist. Doch die Inszenierung fordert auch viel Geduld. Der Film ist sehr langsam inszeniert, was durchaus zum Sommerwetter passt und den Beklemmungsfaktor erhöht, aber auf die ein oder andere Minute hätte man gut verzichten können, um etwas mehr Fahrt aufzubauen. Aber ich berücksichtige hier natürlich auch das Baujahr 1970, wo man noch Ruhe beim Inszenieren von Filmen hatte. Fuest nutzt diese Ruhe auch immer wieder, bei den Spannungsmomenten, wo er dann wieder richtig liegt. Und zur Belohnung für die Geduld gibt es ein packendes Finale. 

Musikalisch wird das Geschehen begleitet von einem Score von Laurie Johnson, der allerdings wenig Ausdruck hat, dennoch gut passt. 

TÖDLICHE FERIEN ist ein gut besetzter, spannender, authentischer Mystery-Thriller mit deutlichen Terror-Kino-Vorwehen. Der langsame Aufbau und die ein oder anderen zu lang geratenen Moment, werden mit der durchgehenden Atmosphäre der Beklemmung weitestgehend wieder wettgemacht.   

(Bjoern Candidus)

←The Return, 1980 – ★★★
Two Orphan Vampires, 1997 – ★★★★→

Kommentare

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Weitere Beiträge

  • River’s Edge, 1986 – ★★★★

    7. September 2026
  • White Star, 1983 – ★★★★½

    5. September 2026
  • Fortsetzungen

    3. September 2026
  • The Angry Red Planet, 1959 – ★★★

    3. September 2026

Impressum · Datenschutzerklärung · © 2026 Antenne Traumstadt