HEART BEAT
(LATIDOS DE PÁNICO, Spanien, 1983, Regie: Paul Naschy)
Eine nackte Frau (die Ehefrau) rennt des Nachts durch den Wald. Ein Ritter, Graf Alaric (Paul Naschy als ihr Ehemann), auf einem Pferd verfolgt sie, um sie schließlich mit einem Morgenstern ins Jenseits zu befördern. Ein stimmungsvoller Anfang, der allerdings deutlich die 80er-Jahre verrät. Dann macht die Geschichte einen Sprung von 500 Jahren nach vorn. Paul Naschy als Paul (sehr originell ^^), der Nachfahre von Graf Alaric, zieht mit seiner Ehefrau Geneviève in das Schloss seiner Vorfahren. Doch schon bald zieht ein Unheil auf, was vor allem Geneviève verunsichert. Es heißt: alle 100 Jahre zeigt sich der Geist von Graf Alaric, der immer noch im Rachemodus steckt.
Nach dem 80er-Jahre musikvideoclipartigen Anfang macht Paul Naschys Regie-Arbeit schnell den Eindruck, als wäre sie bereits 10 Jahre vorher entstanden. Die Klamotten, die Sets, die Story… alles wirkt für 1983 aus der Zeit gefallen, und genau das hat mir gut gefallen. Naschy versucht den herkömmlichen Horror-Zirkus aufzufahren, lässt aber sein Werwolfkostüm weg und schlüpft in die Doppelrolle Graf Alaric / Paul. Zerfetzte Leiber, Schädelmasken und zombieartige Figuren werden hier aufgefahren. Die recht blutigen Effekte sind als solide bis etwas holprig, was in einem gewissen Sinne später sogar erklärt wird. Es gibt nämlich eine Veränderung im laufe der Geschichte, die das ein oder andere im Nachhinein ausbügelt.
Hier wird nichts unversucht gelassen, um den Zauber des Gothic-Horrors in die 1980er-Jahre zu übertragen, was ein löblicher Versuch ist. Das alte Gemäuer, Gewitter und der ständige Einsatz von Nebelmaschinen sorgen für eine gruselige Atmosphäre.
HEART BEAT ist purer Horror-Kitsch aus Spanien, der sämtliche Klischees auffährt und somit recht einfach meine Aufmerksamkeit gewinnen konnte.
(Bjoern Candidus)
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